er war viel unterwegs gewesen zu jener zeit, hatte einiges probiert, wenig ausgelassen und bei den vielfältigen angeboten, die der zufall oder das schicksal ihm damals gemacht hatten, oft und gerne zugegriffen. dennoch war ihm jenes hohle, oberflächliche gelichter, das scheinbar nur danach trachtete, aufmerksamkeit zu ergattern und immer dabei sein wollte und dazu gehören, zutiefst zuwider. so war es schon damals gewesen und so war auch heute noch.
schließlich erreichte er das filmtheater, betrat es durch die weite, geschwungene tür, die ihm schon früher so gefallen hatte, kaufte eine eintrittskarte – und dann sah er sie.
sie stand am anderen ende des foyers, ganz so, als hätte sie nur auf ihn gewartet. in einem leichten, geblümten sommerkleid stand sie da, das zwar sehr adrett war, aber auch ein wenig den eindruck vermittelte, als wolle sie jünger wirken als sie wirklich war. doch darunter, unter dem dünnen stoff, zeichnete sich deutlich der feste, üppige körper einer reifen frau ab. ein körper schien das zu sein, wie er ihn mochte. überhaupt schien sie eine frau zu sein, wie er sie mochte, so wie sie da stand. und darum näherte er sich ihr noch ein wenig. und er beobachtete sie mit wachsendem interesse. und irgendwann bemerkte er die begierde, die sich in ihm ausbreitete. eine begierde, wie sie ihn schon seit längerer zeit nicht mehr überkommen war.
denn die frau war in der tat ungemein attraktiv. keine schönheit im klassischen sinn zwar, aber dennoch mehr als nett anzusehen mit ihren offenen, freundlichen gesichtszügen, den elegant geschwungenen lippen und wirklich hübschen graugrünen augen, die gut zu ihrem blonden haar passten, das sie, der einfachheit halber wohl, in der mitte gescheitelt und hinter die ohren gesteckt hatte. fast ein klein bisschen zu groß geraten waren diese ohren im übrigen, aber das machte ihm eigentlich nicht besonders viel aus.
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