Lady Hamiltons Dienstmädchen

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Lady Hamiltons Dienstmädchen

Lady Hamiltons Dienstmädchen

Andreas

Dies gelang relativ gut, bis es eines Tages doch Grund zur Beschwerde gab. Diesmal erwischte es Tamara. Lady Hamilton erteilte ihr den Auftrag, einen Brief zur Poststation zu bringen. „Das Schreiben ist sehr wichtig, Tamara! Du musst dich sputen, damit du rechtzeitig da bist, bevor die Post abgeholt wird. Es ist mir wichtig, dass der Brief noch am heutigen Tag rausgeht!“ Tamara versprach, dass sie die Lady nicht enttäuschen werde. Leider blieb es bei ihrem guten Vorsatz. Auf dem gut drei Kilometer langen Fußweg kam man an einer Schenke vorbei, in der ein gutaussehender junger Mann arbeitete. Thomas rollte die leeren Bierfässer in den angrenzenden Schuppen, als er die dralle Tamara entdeckte. Die grüßte kurz, ohne ihn anzusehen. „Hey Tamara, wo willst du denn so eilig hin? Warte kurz, ich hole dir ein Glas Wasser. Es ist doch so warm heute!“ Tamara hatte tatsächlich Durst. Eine kurze Verschnaufpause durfte sie sich doch gönnen. Zumal Thomas ihr sein nettestes Lächeln schenkte. „Ich hab aber nicht viel Zeit, Thomas. Mylady gab mir einen Brief mit, der heute noch in die Postkutsche muss!“ Thomas grinste. „Das schaffst du locker. Ich hole dir das Glas Wasser, damit du gleich wieder loskommst.“ Sprachs und verschwand in der Schankstube. Kurz darauf reichte Thomas der durstigen Tamara ein großes Glas mit kaltem Wasser. „Lass uns in den Schuppen gehen. Da ist es etwas kühler!“ Tamara zierte sich etwas, um Thomas dann doch brav die freie Hand zu reichen. „Es muss aber wirklich schnell gehen, Thomas. Ich darf die Postkutsche nicht verpassen.“ Das Haus der Lady Hamilton war von ihrem Großvater fernab der Stadt erbaut worden. Das nächste Dorf, in dem sich die Poststation befand, besaß keine Anbindung an die Eisenbahn, die in den Städten schon den Großteil der Post beförderte.

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