Lady Hamiltons Dienstmädchen

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Lady Hamiltons Dienstmädchen

Lady Hamiltons Dienstmädchen

Andreas

Die lang aufgestauten Gefühle sorgten für eine schnelle Entladung. Tamara wäre beinah von der Bank gerutscht und mit bloßem Hinterteil im Staub gelandet, wenn Thomas sie nicht gehalten hätte. Als sie wieder klar denken konnte, fiel ihr Blick auf die Tasche. „Verflucht, ich muss los. Bete, dass ich es noch rechtzeitig schaffe!“ Thomas zog sich vorsichtig zurück. Tamara richtete eilig ihre Röcke, bevor sie sich die Tasche schnappte. Sie verabschiedete sich nur flüchtig bei ihrem Liebhaber. „Du bist schuld, wenn ich den nackten Arsch vollkriege!“ Thomas ließ sich nichts anmerken, obwohl ihn diese Vorstellung durchaus erregte. „Du kommst noch rechtzeitig zur Post, wenn du nur schnell läufst. Ich drücke dir beide Daumen!“ Tamara lief nicht, sie rannte. Das Mädchen war völlig aus der Puste, als die Poststation endlich in ihr Blickfeld geriet. Zu ihrem Entsetzen musste sie feststellen, dass die Postkutsche gerade beladen wurde. Es lagen noch etliche Meter vor ihr. Tamara zog das Tempo an. Sie rannte so schnell, bis ihre Lungen brannten. Es war vergeblich. Kurz bevor Tamara mit wehenden Röcken das Postgebäude erreichte, setzte die Postkutsche sich auch schon in Bewegung. Der Mann auf dem Kutschbock ignorierte ihre flehenden Rufe. Er zog stattdessen kurz an den Fahrleinen, um seine Pferde anzutreiben. Das Gespann aus vier Pferden reagierte sofort, zumal der Kutscher auch noch unnötigerweise seine Peitsche einsetzte. Die Pferde preschten in einem solchen Tempo davon, dass Tamara keine Möglichkeit blieb, um die Kutsche einzuholen. Mit eingezogenem Kopf überreichte sie den Brief an den Postbeamten. „Der geht dann morgen um dieselbe Zeit raus.“, klärte er Tamara auf. Diese Aussage war nur ein schwacher Trost für die junge Frau.

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