Lara und das Boot

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Lara und das Boot

Lara und das Boot

Anita Isiris

Wir wollen Lara nicht Unrecht tun. Als Älteste von drei Schwestern hatte sie sich mit ihren einundzwanzig Jahren schon viel aufbürden müssen. Die Familie war alles andere als begütert, vor allem, seit der Familienvater eines Tages nicht von der Arbeit im Bergwerk nach Hause zurückgekehrt war. Almosen von der kleinen Dorfgemeinde gab es kaum; Larissa, die Mutter der drei Kinder, arbeitete hart, um ihre Töchter einigermassen durchs Leben zu bringen. Kirina, die Jüngste, und Carmen, die Mittlere, verdingten sich tagsüber in der Gerberei am Dorfrand. Die Arbeit in einer übelriechenden Gerberei gehört zum Härtesten, was man sich vorstellen kann – oftmals arbeiten in Gerbereien Behinderte, die sich nicht wehren können, ausschliesslich Männer. Aber die beiden jungen Frauen hatten keine andere Erwerbschance, weil sie schulisch kaum gebildet waren. Etwas anders sah es bei Lara aus. Sie war ausgesprochen hübsch, ihre Augen leuchteten wie Sterne, und wenn sie über den Dorfplatz ging, steckten ihr die Leute kleine Leckereien zu, damit sie leichter durch den Alltag kam. Lara hatte ein Herz aus reinem Gold, und es war so, dass sie die Süssigkeiten für ihre beiden Schwestern aufhob, wenn diese abgearbeitet und müde nach Hause kamen.

Dann war da die Idee mit dem Boot. Es war Laras Idee. Sie war körperlich aufgeblüht und war mit ihren runden Formen ein absoluter Männermagnet. Natürlich wussten alle, wie bitterarm die Familie war, und diese Armut umgab Lara wie eine Art Schutzschild. Es war so, dass es niemand, wirklich niemand gewagt hätte, sich an Lara zu vergreifen. Sie arbeitete tagsüber an einem Webstuhl, ein absolutes Privileg, auch wenn sie am Abend die Hände schmerzten, weil sie das Weberschiffchen so oft hin- und her gejagt hatte.

Dann entdeckte Lara eines Abends, auf dem Nachhauseweg, das Boot. Es war ein schlichtes, solides Holzboot, an einem Haselstrauch vertäut. Laras Dorf lag an einem See, der im Sommer zum Baden und im Winter zum Schlittschuhlaufen einlud – was sich Lara und ihre Schwestern keinesfalls leisten konnten. Und da hatte Lara diese Idee. Sie ahnte, wie sehr die Männer ihren Körper begehrten, und Lara war ihrerseits neugierig, was Männer denn so zu bieten hatten. Sie hatte schon viele Zoten vernommen, an den Dorffesten, und sie hatte immer mit leichtem Schaudern beobachtet, wie sie zugriffen, die Männer in der Dorfkaschemme, wenn Doris, die Schankmagd, die Bierhumpen vor sie hinstellte. Kein Zentimeter ihres drallen Körpers, der nicht von der einen oder anderen schamlosen Männerhand befummelt wurde.

Doris' Knöchel, ihre Unter- und Oberschenkel. Doris' Hüften, ihr Arsch selbstverständlich, Doris' Bauch und ihre gewaltigen Brüste mussten Berührungen aller Art erdulden, von zärtlich bis deftig und heftig. Doris war im Dorf das Lustobjekt schlechthin, und die junge Frau hätte viel dafür gegeben, anderweitig eine Beschäftigung zu finden. Andererseits flossen spätabends reichlich die Trinkgelder, um den Preis von Doris' Körper und ihrem Stolz, aber sie fügte sich, wie viele Frauen zu jener Zeit, ihrem Schicksal.

Nun hatte Lara dieses Bauchgefühl. Das Gefühl, dass Männer doch bestimmt noch anders sein konnten als grob und zudringlich. In grossen Menschenmengen fühlten sie sich unsichtbar, und auch auf Laras prallem Hintern war schon die eine oder andere Hand zur Ruhe gekommen. In der Dorfkaschemme stachelten sie einander an, die Dorfbewohner, prosteten sich zu und tranken sich Mut an, um sich an der wehrlosen Doris zu verlustieren. Aber Lara vermutete, dass sich tief in den männlichen Herzen auch so etwas wie Zärtlichkeit und Liebe verbarg. Es waren ja auch Menschen, diese Männer, und viele von ihnen waren Familienväter, und wer eine Familie gründete, hatte doch ganz bestimmt, tief drinnen, einen guten Charakter.

Lara blieb stehen, betrachtete das Boot genauer, das im Mondschein schimmerte, und fasste einen Plan. Verarmt, wie ihre Familie war, gab es für Mädchen wie Lara kaum einen Unterschlupf – bestenfalls noch der Weinkeller der Kaschemme, aber dort gab es Pfützen von Erbrochenem, und man war nie sicher, wer wann laut grölend das Gewölbe betrat. Ein Boot hingegen, ihre Entdeckung, gut verborgen im Schilf, liesse sich allenfalls nutzen, damit sie Männer näher an sich heranlassen konnte, um ihrem Bauchgefühl Nachachtung zu verschaffen und herauszufinden, wo denn diese gute, schillernde Männerseele verborgen lag. Eine von Laras Freundinnen hatte ihr einmal lachend erzählt, die Seele des Mannes verberge sich in der Penisspitze, und wenn man diese Penisspitze in den Mund nähme, würde sie hell glitzern. Lara hatte noch nie einen nackten Mann gesehen, geschweige denn sich jemandem hingegeben, und ihre Neugier wollte sie fast verbrennen.

Dann begab es sich bereits am folgenden Abend, dass auf Laras Heimweg, direkt vor ihr, ein älterer Herr mit einem Spazierstock am See stand und in die Weite hinausblickte. Es war ein warmer Vorsommerabend, und die inneren Zeichen der Menschen standen auf Liebe, Nähe, Begierde und Überraschungen. Lara war nicht wählerisch. Ihre Neugier machte nicht vor dem Alter eines möglichen Liebhabers halt; den Mann vor ihr schätzte sie auf etwa sechzig Jahre. Also ging sie langsam an ihm vorbei, blieb stehen und öffnete ihr Jäckchen, um die Aufmerksamkeit des älteren Herrn zu erregen. Das gelang ihr mühelos, schon nur mit ihrem gelockten, schulterlangen Haar, das vom Mond sanft beleuchtet wurde. Der ältere Herr schaute Lara fragend an, und Lara kam sich für einen kurzen Moment vor wie eine der Hübschlerinnen, die am Dorfrand, in einem heruntergekommenen Haus, ihre Arbeit verrichteten. Aber Lara war keine Hübschlerin. Sie war eine junge Frau, die ihre Familie ernähren wollte. Und das wollte sie mit Lust, mit Neugier und mit einer gewissen Prise Abenteuer verbinden. Sie wusste, dass der Blick des älteren Herrn auf ihr ruhte, und sie ging mit wiegenden Hüften auf den Haselstrauch zu, an dem das von ihr entdeckte Boot vertäut war. Flink hüpfte sie aufs Boot, nachdem sie das Seil gelöst hatte und wandte sich um. Der ältere Herr war ihr tatsächlich gefolgt, und Lara winkte ihn mit einer einladenden Geste aufs Boot. Das Herz schlug ihr bis zum Hals, und sie wusste nicht so genau, was sie da tat. Behände, viel schneller, als Lara das von einem Sechzigjährigen erwartete, folgte der Mann Lara wortlos. Er ergriff eines der beiden Ruder und stiess ab. „Wie heisst Du?“, fragte er sie mit heiserer Stimme. Es musste sich um einen dieser auswärtigen Geschäftsherren handeln, die immer wieder auftauchten, um mit dem Dorfmeister ins Gespräch und ins Geschäft zu kommen. Lara sagte ihm ihren Namen. „Ich habe Zeit“, sagte der ältere Herr, und Lara war schon nur wegen der ungewöhnlichen Situation überaus aufgeregt. Jetzt, wo sie ihm ins Gesicht blicken konnte, stellte sie fest, dass er angenehme, offene Gesichtszüge hatte, und sie fühlte sich als Fischerin, die einen guten Fang getätigt hatte. „Bezahlst Du mich?“, fragte sie mutig. Wortlos entnahm der Alte seinem dunklen Mantel ein Ledertäschchen und zeigte Lara vier Goldmünzen, die im Lichtschein blinkten. So wurde der Vertrag geschlossen, ohne viele Worte, und Lara machte sich zögernd an den Knöpfen ihres Kleides zu schaffen, nachdem sie ihr Jäckchen ausgezogen hatte. Das Boot driftete gegen die Mitte des kleinen Sees, und Lara war bewusst, dass man sie vom Strand aus beobachten konnte. Da gab es aber eine kleine Sandbank, von Schilf umgeben, und genau darauf steuerte das Boot nun zu. Der kräftige Sechzigjährige stiess mit dem Runder noch einmal auf den Grund, und kurz darauf befand sich Laras Boot wohlverborgen im Schilf.

„Zeig mir, was Du hast“, sagte der Mann bestimmt, und Lara meinte zu wissen, was er meinte. Zum allerersten Mal in ihrem Leben entblösste sie ihre grossen Brüste vor einem Mann und lächelte den Alten verlegen an. Dieser schluckte leer, weil ihn nichts auf dieser Welt mehr anmachte als verlegen lächelnde junge Frauen. „Prachtmöpse hast Du da, Kleines“, sagte er und griff nach Laras linker Titte. Sie wich ein wenig zurück und brachte das Boot zum Schaukeln. Wenig später zog der Mann die obenrum nackte Lara an sich und schob ihr die Zunge in den Mund. Sie fühlte sich salzig an, zugleich aufregend, und Lara versank im ersten Zungenkuss ihres Lebens. „Hast Du es schon mal gemacht, Mädchen?“, fragte der Mann und liess seine Hände über Laras Hintern wandern. Dort liess er sie ruhen und ahnte festes, warmes Fleisch. „Knie Dich hin“, forderte er Lara auf und zog seinen Mantel aus.

Lara kniete sich hin, auf den Mantel des Unbekannten, und dieser befreite sein Gemächt. Es war überraschend gross, überraschend steif, und Lara hatte erst einmal keine Ahnung, was sie damit anstellen sollte. „Berühre ihn einfach“, forderte der Mann sie auf, und Lara liess ihre Hände dem Schaft entlang gleiten. „Haiiii...“, stöhnte der Mann, und erschreckte damit Lara. „Nimm ihn in den Mund“. Lara zögerte lange, dann tat sie wie geheissen und bezüngelte die Penisspitze des Sechzigjährigen. Dann wurde sie mutiger und schob sich seinen Schwanz in den Mund. „Gut, Mädchen, sehr gut“, sagte der Alte, der sich kaum mehr beherrschen konnte und sich nach nichts mehr sehnte als nach Laras nackter Fotze. Als Lara ihr Kleid auszog und aus ihrer leinenen Unterhose schlüpfte, verschwand der Mond hinter einer Wolke, so, als wollte er Lara eine gewisse Intimsphäre gönnen. Für den Alten gab es aber kein Halten mehr. Nicht mehr oft würde er in seinem fortgeschrittenen Leben die Gelegenheit bekommen, eine derart hübsche junge Frau zu stossen. Als wäre Lara eine reife Frucht, pflückte er sie, pflügte sie auf dem schwankenden Boot durch. Zuerst machte sich in Laras Bauch ein dumpfer Schmerz breit, der dann aber einem wohligen Kribbeln und warmen Wellen wich. Der Alte war ein veritabler Liebesexperte, gönnte der jungen Frau zwischendurch eine Pause, dann wieder nahm er sie genussvoll ran. Lara wurde unter dem Vollmond, auf dem von ihr entdeckten Boot, gut verborgen im Schilf, in den siebten Himmel gevögelt und danach fürstlich entlöhnt. Der Mann gab ihr noch zwei Goldmünzen obendrein. „Bist sicher ein armes Dorfgeschöpf“, sagte er pietätvoll, und der Gedanke, dass seine Gespielin eine ahnungslose junge Frau aus der Dorfgemeinde war, machte ihn noch geiler, als er es ohnehin schon war. Kurz überlegte er sich, ob er die ihm völlig ergebene Lara noch ein wenig mit seinem Spazierstock traktieren sollte, liess es dann aber bleiben. Lara hätte seine Tochter sein können – er hatte tatsächlich eine Tochter in Laras Alter.

Dafür liess er seine Hände noch mehrmals an Laras liebeshungrigem Körper entlang gleiten und liess keine Stelle aus, auch Laras hinteres Pförtchen nicht, dem er besondere Aufmerksamkeit schenkte. Er dehnte es, schob einen Daumen hinein und küsste Lara fast bewusstlos. „Schön eng, Mädchen“, sagte er leise, „schön eng“. Lara hatte keine Ahnung, dass es Männer gab, die dem Futloch keine Beachtung schenken und sich eher für das weibliche Arschlöchlein interessieren. „Futloch“ war das Wort, das Unanständige, das Lara gelernt hatte. Sie kannte keine andere, keine würdevollere Bezeichnung, spürte aber in diesem Moment, dass „das da unten“ nicht etwa schmutzig war, dass man es nicht zu verstecken brauchte, sondern dass sich zwischen ihren Beinen etwas befand, mit dem sie auch künftig Männer in ihrem Bann ziehen konnte. Der Alte verhalf Lara an jenem Abend dazu, dass sie ihren Körper besser kennenlernen konnte – und erst noch mit sechs Goldmünzen als Gegenleistung. Nach fast zwei Stunden vertäuten sie das Boot wieder an seiner ursprünglichen Stelle, und Lara eilte nach Hause. Ihre Mutter sass noch am Spinnrad und sah Lara fragend an. Diese machte eine wegwerfende Handbewegung, eilte in ihr Schlafgemach, wo ihre Schwestern bereits schliefen, löste ein Bodenbrett und versteckte die Goldmünzen darunter.

Die Zeit nahm ihren Lauf, woran sich aber Lara nie gewöhnen konnte, war der säuerliche Geruch, den ihre beiden erschöpften und abgearbeiteten Schwestern ausströmten. „Gerbereien duften nicht nach Rosen“, sagte sie jeweils entschuldigend, und Lara ereilte ein schlechtes Gewissen. Trotz Mühsal führte sie ein wesentlich besseres Leben als Kirina und Carmen, und seit dem Treffen mit dem älteren Herrn war sie noch zwölf weitere Male im Schilf gewesen, mit dem Boot, hatte Männer bedient, sich aber auch bedienen lassen. Mit der Erfahrung kam die Ruhe, da war kein aufgeregtes Fummeln mehr, Lara wusste bereits haargenau, wie man männliche Eier kraulen musste, wo ihre Zungenspitze hingehörte und wie genussvoll es war, sich von einem Mann die Fut lecken zu lassen. Lara verwendete mehr Zeit für ihre Körperpflege als früher, wenn auch mit bescheidenen Mitteln. Sie schrubbte ihren Körper am Dorfbrunnen, hinter einem Mäuerchen, immer sorgsam darauf achtend, dass neugierige männliche Zuschauer fernblieben. Die Sauberkeit gab ihr ein gutes Gefühl. Lara verfügte nicht einmal über Seife, aber der Eigengeruch ihres Körpers schien die Männer im Schilf um den Verstand zu bringen.

Eines Tages war Lara so weit. Unter dem Bodenbrett, unter dem sie die Münzen versteckte, hatte sie, noch immer ohne Wissen ihrer Familie, ein kleines Vermögen angehäuft, so, dass sie sich eines Nachmittags heimlich auf den Dorfmarkt wagte und zwei Stück Rosenseife kaufte. Jeder ihrer beiden Schwestern legte sie ein Stück aufs schmuddelige Kopfkissen, und daneben legte sie je einen Honigstängel. Hei, war das ein Jauchzen, war das eine Freude, als die beiden Schwestern nach einem weiteren harten Tag in der Gerberei die kleinen Geschenke entdeckten. Sie stürzten zu ihrer ahnungslosen Mutter und umarmten diese wortlos.

Larissa kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie die Rosenseife und die beiden Honigstängel sah. „Von mir sind die nicht“, sagte sie verlegen, obwohl sie mehrere Jahre ihres Lebens dafür gegeben hätte, ihren Töchtern ab und zu eine kleine Freude zu bereiten. Von einem Verehrer konnten die Geschenke kaum stammen; Larissa war den ganzen Tag zuhause und tat das, was ihr bescheidener Haushalt erforderte. Auch sie war eine sehr schöne Frau, was allerdings in ihren alten, schmuddeligen Kleidern nicht zur Geltung kam. Lara hätte ihr so sehr gegönnt, dass ihr Vater noch lebte, denn jede Frau braucht doch ab und zu jemanden, der sie zärtlich in die Arme schliesst.

Diese Zärtlichkeiten durfte Lara mittlerweile im Überfluss erleben, und ihre Expertise nahm stetig zu. Sie war ein kluges Mädchen und übertrieb es nicht mit den Männern. Höchstens zwei Stück pro Woche, im Schilf, bei der Sandbank mitten im See, und sie war mittlerweile kühn genug, sich nicht einfach eine beliebige Zahl Goldmünzen auszahlen zu lassen, sondern den Preis pro Bootsfahrt auf sechs Goldmünzen festzulegen, was den einen oder anderen Liebhaber in Schnappatmung versetzte.

Dann stand er eines Tages wieder am See, der Geschäftsherr und Laras Liebhaber der ersten Stunde - in Begleitung von zwei Kollegen.
Einer dieser beiden, die ebenfalls etwa sechzig Jahre alt waren, verstellte ihr den Weg. „Heute wollen wir Dich zu Dritt“, sagte der Geschäftsherr, mit dem sie bereits Verkehr gehabt hatte, bestimmt. So bestimmt, dass er keinen Widerspruch duldete.

Wortlos, als würde ein Lamm zur Schlachtbank geführt, ging Lara zum Boot und löste den Strick, den sie, wie immer, zusammenrollte und im Heck verstaute. Zu viert ruderten und schoben sie das Boot ins Schilf bei der Sandbank, so weit, bis es vor neugierigen Blicken verborgen war. „Ich habe Sten und Karl von Dir erzählt“, sagte der Alte. „Zeig Dich, Mädchen“. Die Art, wie er mit ihr sprach, hatte nichts mehr mit der romantischen ersten Nacht gemeisam; Lara aber forderte die achtzehn Goldmünzen, die ihr ihrer Meinung nach zustanden. „Zuerst wollen wir Dich ausprobieren“, sagte Sten, der Kräftigste der drei, machte einen Schritt auf Lara zu und riss ihr Kleid auf. Diese verdeckte verschämt ihre Brüste. „Zeig uns Deine Glocken, Luder“, sagte Karl, und der Geschäftsherr, den Lara bereits kannte aber dessen Name sie nicht einmal wusste, senkte verlegen den Blick.

Dann fielen die drei alten Männer über Lara her. Sie leckten ihre Füsse. Hinterliessen Bissspuren an ihren Unterschenkeln. Schoben ihr die Schwänze in den Mund, währenddem sie sie vögelten, und zwar nicht nur ins Fut- sondern auch ins Arschlöchlein, das Lara bis dahin sorgsam gehütet hatte. Sie war hin- und hergerissen zwischen Lust, Schmerz, Demütigung und Angst, aber sie wusste eines: Ihr Körper gehörte ihr, ihr ganz allein, und er war ihr gesamtes Kapital. Sie packte einen der drei Schwänze und masturbierte ihn heftig, so heftig, dass der Mann, Sten, über ihr zusammenbrach. Er verdrehte die Augen, seine Lippen liefen blau an, er griff sich ans Herz. Das Schicksal vieler Männer in seinem Alter ereilte ihn, und er kippte über Bord. Das leise Platschen war das Letzte, was die Welt von ihm hörte.

Karl war in ihr, und dermassen genussvoll unterwegs, er genoss Laras enge Scheide so inniglich, dass er seinem sterbenden Kollegen im Wasser nicht zu Hilfe eilen konnte. Er spritzte tief in Lara ab, mit einem urigen Röhren, das sich noch verstärkte, als die kräftige junge Frau das Seil um seinen Hals schlang, das Seil, das sie im Heck versorgt hatte. Karls Orgasmus verlängerte sich unter dem Sauerstoffmangel, und das war gut so, denn der fehlende Sauerstoff, die Asphyxie, gab ihm den Rest. Also auch Karl. Platsch.

Nun war noch der ältere Geschäftsherr übrig. Er war an Laras Füssen zugange, und zwar derart konzentriert, dass er das Leiden seiner beiden Freunde kaum mitbekam. „Wo sind denn... Sten und Karl?“. Er fuhr auf. Aber es war zu spät. Lara trat ihm kräftig in die Geschäftsherreneier und liess in über Bord kippen. Der Mann krümmte sich im Wasser, das zwar seicht war, aber der Bedauernswerte atmete in seinem Schmerz so viel Wasser ein, dass sich seine Lungen blähten und nicht mehr erholten.

Lara schloss die Augen und atmete tief durch. Sie war splitternackt, und der Mond beschien nicht nur ihr dunkles, gewelltes Haar, sondern auch ihre runden Schultern und ihre Glockenbrüste. Schaudernd machte sie sich an die Arbeit. Sie durchsuchte das durchnässte Wams von Sten und die Mäntel von Karl und dem namenlosen Geschäftsherrn, der im Wasser noch ein wenig vor sich hin zuckte. Hundert Goldmünzen! Alle drei hatten just an diesem Tag beim Dorfmeister Geld eingetrieben – und nun war Lara reich.

Sie navigierte ihr Boot zurück an die ihm zugeschriebene Stelle und vertäute es, wie immer. Dann zog sie sich aus und wusch sich gründlich, direkt am Fluss. Das magische Licht auf Laras Körper war ein Gedicht. Dann eilte sie leichtfüssig nach Hause und verdrängte das leichte Brennen an Arschlöchlein und Fut sowie den salzigen Geschmack in ihrem Mund. Aber Lara war jung und kräftig und erholte sich rasch von jenem letzten Ausflug.

Von diesem Abend an unterliess sie die Bootsfahrten zur Sandbank; mittlerweile hatte sie insgesamt 200 Goldmünzen mit unterschiedlichem Gewicht angehäuft. Sie teilte das Geld weise ein und verwöhnte nicht nur ihre beiden hart arbeitenden Schwestern zwischendurch mit kleinen Geschenken, sondern gönnte ihrer Mutter ein Kirschkernkissen vom Dorfmarkt. Sie erwarb Mehl. Ringelblumensalbe. Schmalz. Speck. Wertvolle Glasbehälter, um Marmelade einzumachen. Für Doris, die Schankmagd, kaufte sie neue Kleider. Und selbst, als sie eine kleine Kantele erwarb, ein harfenartig klingendes Musikinstrument, auf dem sie, ihre beiden Schwestern und ihre Mutter abwechslungsweise übten, waren noch so viele Goldmünzen übrig, dass es über Jahre für alle vier, für Larissa, Kirina, Carmen, Lara und deren bescheidene Ansprüche reichen würde.

Wenige Tage nach dem Ereignis bei der Sandbank wurden die drei Männerleichen entdeckt, aber die beiden tumben Dorfpolizisten orteten keinen Täter, eine Täterin schon gar nicht. Und Kirina und Carmen durften fortan an Webstühlen arbeiten, was im Vergleich zur übelriechenden Gerberei einen grossen Aufstieg bedeutete.

Lara träumte zwar noch ab und zu von Männern. Zwischendurch erwachte sie schweissgebadet. Andere Male fühlte sie ein angenehmes Kribbeln zwischen den Beinen.

So, wie das Leben mit Männern halt nun mal so ist.

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