Lass es zu, Lea!

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Lass es zu, Lea!

Lass es zu, Lea!

Anita Isiris

Sergio nahm dieses Mal die Treppe, zwei Tritte aufs Mal, in freudiger Erwartung, in wenigen Sekunden seine Lea in die Arme schliessen zu können. Im Korridor war es totenstill. Auf beiden Seiten reihten sich Türen, und der Gang bog zwei Mal rechtwinklig ab. „Wie in einem Kafka“, dachte Sergio in Gedanken an seinen Lieblingsautor. Hinter welcher Tür war wohl Lea? Zuhinterst im Korridor befand sich eine Dachschräge. Darunter befand sich eine Doppeltür. Rätselnd stand Sergio davor, als er ein leises Seufzen vernahm. Das war unverkennbar Leas Stimme!

Etwas Unerklärliches hinderte Sergio daran, die Tür einfach aufzustossen. Schon etwas erklärlicher war seine Erektion, die sofort einsetzte. Leas Seufzer hatte ihn stark erregt. Geschlafen hatten sie noch nicht zusammen, die beiden, waren sie doch erst ein frisch gebackenes Paar. Unter der Dusche hatte er Lea aber schon bewundern können. Sie war gemacht für die Liebe, fand er, und es erstaunte ihn, dass sie vor ihm noch keinen Lover gehabt hatte.

Offenbar besassen Frauen diese Eigenschaft, die Eigenschaft, erotisches Verlangen einfach stilllegen zu können – bis der Richtige kam. Sergio war der Richtige, er wusste das haargenau. Er würde also der erste sein, der diese entzückende Muschi kitzeln, Leas schwere Brüste knuddeln würde.

Dann fasste er sich ein Herz und drückte auf die Türklinke. Dahinter befand sich ein unerwartet grosser Raum; Sergio musste sich erst ans dämmrige Licht gewöhnen. Der Korridor, durch den er soeben gegangen war, strahlte nämlich hell im Licht der vielen Spots, die die Decke säumten.

Als erstes fiel ihm ein vertrauter Duft auf. Leas Parfum. Sie war also da! Wieder ein leiser Seufzer, der in ein lang gezogenes Stöhnen überging. „Nimm sie jetzt, Ronnie!“, war eine leise Männerstimme zu vernehmen. Sergios Schläfen pulsierten. Dann hatten sich seine Augen an die Dämmerung gewöhnt. Die Jalousien und Vorhänge waren zu gezogen. Nur ein gedimmter Spot leuchtete in der Mitte des Dachzimmers, direkt oberhalb eines runden Tisches.

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