Andrea Frech arbeitete erst seit kurzem in der Firma. Sie war noch recht jung, Anfang zwanzig, und vor allem unverschämt hübsch. Die 57 jährige Erika durchschaute die mittelblonde Frau von Anfang an. Wenn Fräulein Frech hüftschwenkend durch die Produktionshalle trippelte, kriegten die Männer Stielaugen. Andi nutzte ihr gutes Aussehen schamlos aus. Entweder hatte sie keine Lust auf die jeweilige Arbeit, oder es wurde so spät am vorigen Abend. Andi fand immer einen Dummen, der ihre Aufgaben mit erledigte. Erika ärgerte dieses Verhalten, das sie als unsozial einstufte. Sie stufte Andrea als verzogene Göre ein, der die strenge, mütterliche Hand fehlte. Erika dachte dabei an einen ganz bestimmten Körperteil, der bei Andrea besonders schön ausgeprägt zu sein schien. Sie lächelte schadenfroh.
Als sie die Halle betrat, sah sie Andrea schon von weitem. Sie stand vor der Werkbank eines älteren Mitarbeiters, der ihr bewundernde Blicke zuwarf. Andrea bückte sich zu ihm, ließ ihn in den klaffenden Latz ihres Blaumanns spähen. Erika schüttelte den Kopf, als sie ihren prallen Hintern sah, der die viel zu kleine Latzhose grandios auffüllte. Da sie die Blonde nicht kommen sah, tippte sie ihr auf die Schulter. Andrea drehte sich um, lächelte Erika auf eine leicht herablassende Weise an.
Der Familienname Frech hätte nicht passender sein können. Andrea fühlte sich unantastbar. „Was will diese alte Schnepfe schon wieder?“, dachte sie bei sich. Andreas dreiste Reaktion sagte alles.
„Was gibt es denn Frau Klein? Sie verirren sich doch nicht ohne Grund zu uns einfachen Arbeitern.“ Die zumeist männlichen Kollegen lachten, wobei einige sogar Beifall klatschten. Andrea wusste genau, dass so eine Spitze bei den Drehern und Schlossern bestens ankam. Die Leute aus der Verwaltung galten als Feindbild, zu denen auch die arrivierte Chefsekretärin gehörte. Andrea sah Erika herausfordernd an, hatte dabei die Arme vor der Brust verschränkt.
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