Latzhosenboden

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Andreas

Ich habe mir erlaubt, sie zu beobachten und muss leider sagen, dass die Mitarbeiter recht haben. Wieso glauben sie, weniger arbeiten zu müssen als die restliche Belegschaft?“
Andrea sah ziemlich ungläubig drein, als sie die Anschuldigung hörte. Sie verteidigte sich dagegen.

„Das ist nicht wahr, Herr Günther! Ich bin nicht faul, ganz im Gegenteil. Wie kommen sie denn auf diese Idee? Da hat mich bestimmt jemand schlecht gemacht. Neider gibt es doch überall…“

Horst klopfte ungeduldig auf die Tischplatte. Dies war ein untrügliches Zeichen, wenn er verärgert war. Erika sekundierte ihm, sagte der jungen Frau was sie dachte. „Von wegen nicht faul, Fräulein Frech! Wir alle wissen, dass sie mit Vorliebe die anderen für sich arbeiten lassen. Seien sie wenigstens ehrlich und geben zu, dass sie lieber flirten, als sich in die Firma einzubringen!“
Das saß! Andrea sagte kein Wort mehr, starrte genervt an die Zimmerdecke. Horst ergriff nun das Wort: „Ich sage ihnen, was ich denke. Sie glauben, sich alles erlauben zu können. Das ist ihr Problem, liebe Andrea. Sie können es sich nun aussuchen. Entweder sie verlassen auf der Stelle den Betrieb, oder sie willigen ein, dass sie eine Strafe bekommen. Das sind die zwei Möglichkeiten, die sie haben!“

Erika setzte sich auf einen der Besucherstühle. Dies schien ein höchst interessanter Nachmittag zu werden, dachte sie bei sich. Andrea überlegte angestrengt. Sollte sie diesen Job verlieren, würde es sie auch ihre Wohnung kosten. Der generöse Papa hatte sie ihr gerade erst besorgt. Sie war doch so stolz, endlich allein leben zu können, ohne ständige Ratschläge ihres Vaters zu hören. Sollte Herr Günther sie rausschmeißen, müsste sie zu ihm zurück, worauf sie gar keinen Bock hatte. Die angedeutete Strafe ängstigte sie kaum. Sie rechnete damit, dass ihr der Boss ein paar unbezahlte Überstunden aufbrummte.

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