Andrea wusste nun, was ihr Papa meinte, als er sie an ihrem ersten Arbeitstag in die Firma fuhr. „Pass auf, dass du Horst nicht verärgerst. Er ist nicht so gutmütig wie ich. Gib dir Mühe und erledige deine Arbeit! Horst scheut sich nicht, das zu tun, was ich versäumt habe!“
Andi lachte ihren Vater aus, ahnte nicht einmal, worauf er anspielte. Dies fiel ihr nun ein. Viel zu spät, wie sie resümierte. Sie überlegte, einfach abzuhauen, vor dieser skurrilen Situation wegzulaufen. Irgendetwas hielt sie davon ab. Erika drängte sich an ihr vorbei, lächelte Andi freudestrahlend zu. Die Türklinke in der Hand haltend, versprach sie Herrn Günther ein solides Zuchtinstrument zu holen.
Zuchtinstrument! Andrea knickten fast die Beine weg, als sie dieses Wort aussprach. Ihr Hintern kribbelte schlimmer wie an jenem Tag, als sie sich aus Versehen in einen Ameisenhügel gesetzt hatte. Mit achtzehn war sie da gewesen, und mit ihrer Schulklasse im Wald unterwegs. Andi trug – etwas unpassend für einen Wandertag –, als einziges Mädchen einen recht kurzen Rock. Als sie ganz nötig pinkeln musste, versteckte sie sich hinter dem mächtigen Stamm eines riesigen Tannenbaumes. Der Mini war ja so praktisch, dachte das Mädchen. ‘Röckchen hoch, Höschen runter’, kommentierte sie grinsend ihre Vorgehensweise. Doch Andrea musste leider so dringend, dass sie überhaupt nicht darauf achtete, wo sie sich hinhockte. Kaum dass ihr Hintern nackt war, ließ sie sich auch schon auf dem Waldboden nieder. Hätte Andi doch vorher geschaut, was sich da unter ihr verbarg! Es war leider zu spät, als sich ihr Hinterteil senkte. Aufmerksame Späher bemerkten den Angriff, zeigten sich wehrhaft und kampfbereit. Andis runder Popo bedrohte den Ameisenhügel, drückte die oberste Turmspitze ein. Die Bewohner rächten sich mit drastischer Gegenwehr, die Andrea spitze Schreie ausstoßen ließ. Die Klassenlehrerin eilte hinzu, um Andi zu retten.
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