Dafür brauchte es Männer, die sich ihr und der Erfüllung ihrer Wünsche ganz und gar hingaben und ihr aufrichtigen Respekt entgegen brachten.
So paarte sich ihre Neugier nach dem wahrhaft prickelnden Erlebnis mit einer gesunden Skepsis gegenüber galanten Charmeuren, selbstbewussten Eroberern und mondänen Männern von Welt.
Vor diesem Hintergrund gelangte sie zu einer Einladung in Agnes‘ Haus.
Es handelte sich um eines der üblichen geschäftlich bedingten Treffen, bei denen die gemeinschaftliche Tabuverletzung die kommerzielle Bindung aneinander festigt, da nun jeder etwas, das zu verbergen war, vom anderen kennt und sich damit im Ergebnis sicherer fühlt. Und die Enthemmung ist in der Gruppe scheinbar ebenfalls leichter zu erreichen als allein auf sich gestellt.
Derartige Veranstaltungen sind für das wirtschaftliche Bestehen des Hauses von immenser Bedeutung und daher sind die Arrangeure dieser gepflegten Parties mit einen Hauch von SadoMaso als bevorzugte Kunden zu behandeln und zu pflegen. Diese Menschen haben beruflich und oft auch privat alles unter Kontrolle, sind gewohnt, ihre Anweisungen widerspruchslos erfüllt zu bekommen. Im Exzess kann es dann geschehen, dass ihnen die Sache entgleitet, Hier ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt, um diskret und dezent den Stil des Hauses zu wahren, ohne die Klientel zu brüskieren. Erfreulicherweise haben sich aber die meisten auch hier in der Gewalt, da ja, wie gesagt, Geschäftspartner anwesend sind, vor denen man sein Gesicht in gewissem Umfang zu wahren hat.
Der Charakter solcher Treffen hängt ganz wesentlich von der Motivation der Initiatoren ab. Ist das Interesse rein geschäftlich, so sind Ehegattinnen in der Regel nicht anwesend. Es handelt sich um ein reines Männerritual, bei dem entsprechende Seilschaften begründet werden und Frauen in vergleichbarer Machtposition außen vor blieben.
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