„Ja, die Initiative ging nicht von ihm aus. Wir haben ihn gebeten, das mit uns zu leben und ja, wir teilen uns ein Bett. Das Lea jetzt von ihm ein Kind bekommt, war zu einem großen Teil mein Wunsch, weil ich keine bekommen kann. Es ist irgendwie unser gemeinsames Kind, auf das wir uns sehr freuen. So, und jetzt könnt ihr uns gerne alles fragen und wenn möglich, werden wir nichts unbeantwortet lassen.“
Bevor die eingetretene Stille peinlich werden konnte, zeigte Arne, dass er es ernst gemeint hatte mit seinem Unterstützungsangebot.
„Ich finde es gut, dass ihr lebt, was euch euer Herz sagt und dass das so ist, konnte ich schon oft sehen. Selten sieht man ein so harmonisches Familienleben. Wenn ihr Mal Hilfe bei irgendetwas braucht, ich bin jetzt Rentner, hab Zeit und helf gerne.“
Seine Frau tat es ihm gleich, streichelte über Leas Babybauch und sagte:
„Und wenn ihr Mal Hilfe bei euren Kindern braucht – einen Babysitter oder so was – dann wendet euch beruhigt an mich. Allerdings habe ich den Eindruck, ihr zwei Frauen meistert das auch ohne Hilfe sehr gut.“
Arne und seine Frau waren Alteingesessene, ihr Wort hatte Gewicht und damit war das Eis gebrochen. Bis auf eine Frau Anfang dreißig, die bald darauf ging, schienen es alle zu akzeptieren. Der Mann der Frau blieb und meinte, wir sollten uns keine Gedanken machen, seine Frau wäre etwas prüde, aber er würde das schon richten. So wurde es dann auch, alle behandelten uns von da an herzlich, kein dummes Gerede über uns, wurde uns zugetragen. Unsere Familie wurde zu einem festen Bestandteil des dörflichen Wohnviertels. Arne und seine Frau kamen oft zu einem Kurzbesuch vorbei und selbst die Frau, die erst Abneigung gezeigt hatte, lud Lea und Susi bald darauf zu einem Kaffeekränzchen ein.
Dann stand meine Scheidung an, bei der ich mit Gina noch einmal ins Gespräch kam. Sie sah angegriffen aus und ich konnte ihr ansehen, wie nahe es ihr ging, mich noch einmal zu sehen.
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