Lebenslänglich

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Lebenslänglich

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Mar, Sascha del

Andrej hatte im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür entwickelt. Die vollen Eier des Typen klatschten jetzt intensiver an seinen rasierten und perfekt in Form gebrachten Hintern mit dem man die berühmten Nüsse hätte knacken können. Der behaarte und ziemlich ordentlich ausgeprägte Bierbauch des Freiers presste sich verschwitzt an Andrejs tätowierten Rücken. Der Griff im Nacken wurde fester, fast brutal. Die Stöße in seiner geweiteten Arschrosette wurden schneller. Dann jaulte der Typ wie ein räudiger Straßenköter auf und Andrej wusste dass er es hinter sich hatte.
Aber eben genau dieser Freier war von Andrejs Lächeln so angetan, dass er ihn schließlich fragte, ob er sich nicht noch neben seiner Arbeit hier als Stricher etwas dazu verdienen will. Gegen eine oder zwei Nummern für lau versteht sich.
„Überlegs Dir“ meinte der alte Sack, während er seine speckige Anzughose über seinen noch immer spermatropfenden Schwanz zog.
„Wenn Du Dich gut dabei anstellst und Dich nicht erwischen lässt und Dir einen Stammkundenkreis aufbaust, kannst Du richtig gut Kohle machen!“. Er drückte Andrej seine Handynummer in die Hand und verschwand aus der Toilettenkabine.
Das Telefon des Freiers klingelte daraufhin gleich am nächsten Morgen und der junge Stricher aus Warschau begann sich ab diesem Tag sein zweites Standbein als Dealer aufzubauen. Der Rest ist Geschichte. Nur endet diese Geschichte nun an jenem besagten schönen Tag im Juni in einem Gerichtsaal in München.
Die Beweislast war erdrückend. Als wären die in seiner Wohnung beschlagnahmten Drogen nicht schon genug, packten nun auch noch einige „Kollegen“ aus der Dealerszene vor Gericht aus. Allesamt wollten sie nur ihre eigene Haut retten und belasteten ihn schwer.
Zu allem Überfluss hatte die Staatsanwaltschaft München auch noch herausgefunden, dass Andrej in Polen mehrfach vorbestraft und sogar 2 Jahre Jugendstrafe in einem Warschauer Gefängnis abgesessen hatte. Die damals eindeutig bewiesenen Anklagepunkte lauteten auf bewaffneten Raubüberfall und mehrfach versuchte Vergewaltigung an Frauen und minderjährigen Schülerinnen. Das brachte das Fass im Münchner Gerichtssaal zum Überlaufen. Ohne Gnade verhängte der Richter 13 Jahre Knast. Ohne Chance auf Bewährung. Ein halbes Mal lebenslänglich.
Als sich der Richter und seine Schöffen erhoben, um den Saal zu verlassen, war Andrej wie betäubt.
„Diese blöden, dreckigen Schlampen wollten das doch!“ brüllte er in die Menge, während ihn zwei Gerichtsdiener festhalten mussten und ihn schließlich abführten. Von dem sympathischen Lächeln war in diesem Augenblick nichts mehr geblieben. Draußen schien noch immer die Sonne.

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