Dass sie mir dennoch weh tun könnte, das fiel mir im Traum nicht ein. Als die Stunde vorbei war, musste ich als einzige da bleiben. Fräulein Klare wartete, bis alle anderen Schülerinnen gegangen waren. Nun stellte sie mich zur Rede:
„Julia, Du wolltest mich vor der ganzen Klasse lächerlich machen! Was mache ich mit so einem ungezogenen Mädchen wie Dir? Welche Strafe ist an dieser Schule in so einem Fall üblich?“
Sie klang zwar bestimmt, aber immer noch freundlich. Mein Plan ging auf. Ich musste sie nur auf die richtige Spur bringen. Ich setzte meine unschuldigste Miene auf, log ihr dabei frech ins Gesicht.
„Normalerweise wird so ein Mädchen versohlt, Fräulein Klare! Soll ich Ihnen gleich den Stuhl holen?“
Sie sah mich verwundert an. „Versohlen? Es gibt hier noch körperliche Züchtigungen?“ Ich sah ihr an, dass sie angestrengt nachdachte. Sie beobachtete mich dabei, mindestens eine Minute lang. Mir wurde ganz warm. Endlich beendete sie diese nervenzerreißende Stille.“ Eine richtige Prügelstrafe für straffällig gewordene Mädchen! Das gefällt mir, weil man dadurch solche Dinge schnell aus der Welt schaffen kann! Verdient hättest Du es ja, wenn ich es mir recht überlege. Oder, Julia?“
Ihre Stimme klang sanftmütig, so wie immer. Ich wähnte mich in völliger Sicherheit, stimmte ihr zu.
„Ja, das habe ich ganz bestimmt! Soll ich Ihnen jetzt den Stuhl holen, Fräulein Klare?“ Sie musterte mich mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck, ehe sie auf meine Frage einging.
„Was für einen Stuhl denn?“, wollte sie von mir wissen. „Damit Sie sich auf ihn setzen und mich übers Knie legen können! Soll ich ihn herholen?“ Ich klang wie ein Kind an Heiligabend, ganz aufgeregt und voller Vorfreude auf das ersehnte Geschenk. Oh ja, ich wollte nun schnell über ihren süßen Schoß!
Sie lächelte hintergründig. „Es sieht fast so aus, als könntest Du es kaum erwarten, Julia!“ „Oh nein, ganz bestimmt nicht!
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.