Unter der Schleife blitzte mein blanker Popo hervor, den Robert nun endlich mal anpacken sollte! Ich zog meine Sandalen mit den hohen Absätzen an. Sie gaben meiner Erscheinung den letzten Schliff.
Es war schon acht Uhr abends und Robert war immer noch nicht bei mir. Ich dachte schon, dass er mich versetzt hätte, als es endlich an der Tür klopfte. Überglücklich öffnete ich sie, ohne zu fragen, wer vor ihr stand. Mir blieb fast das Herz stehen! Statt meines jungen Liebhabers, erblickte ich Fräulein Klare. Marianne lächelte mich an, während ich die Türe am liebsten wieder geschlossen hätte. Mir wurde gleich klar, dass mein Rendezvous nicht stattfinden würde. Nun hieß es für mich, dass ich ruhig bleiben musste. Ich bat Marianne nicht herein, blieb wie erstarrt im Türrahmen stehen.
„Hallo Julia! Süß siehst Du aus. Ist das ein neues Kleid? Und die neckische Schürze erst. Sehr hübsch!“
Ich musste feuerrot sein, spürte es richtig. Verlegen nestelte ich an der Spitzenborte meiner Schürze herum. Ich stand wie angewurzelt. Sie durfte mich keinesfalls von hinten ansehen! Ich war so nervös.
„Ja, ich hab das Kleid noch nicht so lang. Ich habe mir einen Salat gemacht, deshalb die Schürze!“
Nun sah sie mich wieder so durchdringend an, als wüsste sie längst, was hier ablief.
„Oh, ich dachte, dass Du Besuch erwartest? Ich traf eben einen jungen Mann, der zu Dir wollte. Ich musste ihn leider wegschicken. Du kennst ja die Internatsregeln. Keine Männerbesuche, Julia!“
Nun hatte sie mich! Ich guckte beschämt zur Seite, wich ihren wachen Augen aus. Ich stotterte fast:
„Habe ich wohl vergessen, sorry Fräulein Klare! Dann esse ich halt alleine zu Abend…“
Das hätte ich nicht sagen sollen, denn Marianne stieg gleich darauf ein. Sie stellte einen Fuß in die Tür, war schon halb in meinem Zimmer. Ich merkte, dass ich zu zittern begann, als sie sagte:
„Musst Du gar nicht!
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