Der Laden war schon voll, aber der Tisch neben uns war noch frei.“
„Aber wenn Sie mir nicht glauben, dann brauche ich auch nicht weiter zu erzählen.“
Sie nimmt drei Pommes auf einmal und steckt sie sich in den Mund.
„Doch, doch, bitte, fahren Sie fort.“
Lenia nimmt einen großen Schluck Champagner und erzählt weiter.
„Das Problem war: wie komme ich unter den Tisch? Einmal dort würde mich niemand sehen können. Dann käme es nur noch darauf an, wie gut mein Kunde sich beherrschen kann. Alles in allem also schon eine prickelnde Aufgabe. Aber machbar.“
„Und, wie haben Sie’s angestellt? Etwas runterfallen lassen, so getan, als wollten sie es aufheben und dann unter den Tisch geschlüpft?“
„Nein, das geht nur im Film so.“ Sie nimmt eine weitere Pommes „Mein Kunde hatte Vorkehrungen getroffen.“
Jetzt findet auch die letzte Auster den Weg in Lenias Mund.
„Er sagte zu mir: ich rufe gleich jemanden an. Einen guten Freund. Schauspieler. Er wird zur Tür reinkommen und laut ‚allemal herhören‘ rufen. Das ist der Moment, den müssen Sie nutzen. Niemand wird auf Sie achten, alle werden nur den Typen an der Tür anschauen. Als nächstes wird er fragen ‚kennt hier jemand einen Mister Panini?‘ Natürlich gibt es keinen Herrn Panini, ich hoffe es zumindest. Ich werde dann aufstehen und zu ihm rübergehen. Sie sollten dann längst unter dem Tisch verschwunden sein. Ich werde so tun, als würde ich mich mit ihm unterhalten. Danach komme ich an den Tisch zurück. Den Rest erledigen Sie.“
Über den Rest möchte ich auch gerne noch viel mehr erfahren, aber ich frage zunächst: „Und, hat das so funktioniert?“
„Ja. Genauso. Der Typ kommt rein, macht seinen Spruch, alle drehen sich zu ihm um, ich verschwinde unter dem Tisch, mein Kunde kommt zurück. Der Rest war dann einfach.“
Lenias Augen funkeln. Ihre Wangen sind leicht gerötet, sie hat offenbar Spaß an ihrer Geschichte.
„Möchten Sie etwa noch mehr Details?
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