Lernen mit Doris

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Lernen mit Doris

Lernen mit Doris

Emil Lorenz

Und die taten plötzlich auch nicht mehr weh. Sie schmeckte so süß, ihre Lippen waren so weich, so warm. Und es dauerte lange, bis sie sich von meinem Mund trennte und mir tief in die Augen sah, so tief wie noch nie ein Mensch in meine Augen gesehen hatte.
„Ich liebe dich auch“, flüsterte sie leise. Und als sie ihr Gesicht an meinen Hals drückte und wir uns fest umschlungen einfach nur festhielten, war ich der glücklichste Junge der Welt.

Kurz vor den Ferien, ich wartete schon sehnsüchtig auf dem Pausenhof, zusammen mit Dagmar kam Doris zu mir, umarmte mich und zog mich ein paar Schritte mit sich. Sie sah Dagmar entschuldigend an.
„Nur einen Moment.“ Dagmar grinste und drehte sich etwas zur Seite.
„Meine Eltern sind übers Wochenende bei einer Hochzeit in Berlin“, flüsterte sie und nahm meine rechte Hand in ihre. „Sie fahren freitags los und kommen am Sonntag zurück.“ Sie sah zu mir hoch und strahlte mich an. Mein Herz machte einen Riesensatz.
„Kommst du über Nacht?“, fragte sie und sah mich erwartungsvoll an. Ich brauchte nicht lange zu überlegen.
„Was soll ich mitbringen?“, fragte ich mit einem breiten Lächeln und nahm sie in die Arme. „Und wenn es das letzte ist, was ich in meinem Leben anstelle, aber das lasse ich mir nicht nehmen.“
„Erlauben das deine Eltern?“ Ihre Blick drückte ein bisschen Sorge aus. Damals war das noch nicht üblich, dass man 2 achtzehnjährige Teenager ein Wochenende zusammen verbringen lässt. Es war schließlich noch gar nicht so lange her, dass die Volljährigkeit von 21 auf 18 gesenkt wurde.
„Das werden wir sehen.“ meinte ich nur. „Sie können mich ja schlecht einsperren.“ Heute war Mittwoch. Ich hatte also 2 Tage Zeit.
Überraschenderweise trugen es meine Eltern mit Fassung. Ich dachte bis dahin, dass Sexualität für die Beiden ein exotisches Fremdwort war.

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