Lernen mit Doris

13 22-34 Minuten 0 Kommentare
Lernen mit Doris

Lernen mit Doris

Emil Lorenz

Kurz gesagt: ein aussichtsloses Unterfangen. Das hatte dann auch mein Vater eingesehen und ich wechselte vom humanistischen Gymnasium in ein Gymnasium in München, welch herrlicher Zufall, zu Doris. Zu der damaligen Zeit gab es nur ein Kleidungsstück, das wirklich hipp war. Eine Jeans mit dem „W“ auf den Arschbacken. Wer etwas auf sich hielt, und wessen Eltern das nötige Kleingeld hatten, der trug sie, die Jeans mit dem „W“. Auch das für mich unerreichbar. Meine Eltern hatten zwar Kleingeld, aber eben auch nur das. Allerdings war das bei Doris nicht anders. Die begehrtesten Mädchen an der Schule hatten alle das große „W“ an und es konnte nicht eng genug sein. Damals war es noch Sitte, sich mit dem neuen großen „W“ erst einmal in die warme Badewanne zu legen, damit das Sackleinen die Körperform annahm und richtig an die Haut wachsen konnte. Doris hatte kein großes „W“ und trotzdem einen tollen Hintern. Und Doris hatte auch einen wundervollen Busen. Sie hatte zwar meistens eine weite Strickjacke an, auch das war damals üblich, aber ihre Brüste konnte sie damit nicht wirklich verbergen. Doris war auch kein Mädchen, welches das Haus erst nach einem mehrstündigen Badaufenthalt verließ. Das musste sie auch nicht, sie war natürlich schön. Sie brauchte keine Hilfsmittel. Dazu musste man aber genauer hinschauen. Ich sah von Anfang an genauer hin, aber das nützte mir nur gar nichts. Ich hatte keine Ahnung von Mädchen. Natürlich war mir die Anatomie nicht ganz unbekannt. Den Playboy gab es schon und in manchen Läden auch den Hustler. Beides ein Tabu für mich. Da konnte man sich nicht vor das Zeitungsregal stellen und mal einfach so drin rumblättern. Die Titelseiten mussten reichen, um die Phantasie anzukurbeln.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 966

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben