Lernen mit Doris

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Lernen mit Doris

Lernen mit Doris

Emil Lorenz

Plan hin oder her, ich dachte, sterben zu müssen vor Aufregung. Mein Herz klopfte voller Panik in meiner Brust und schnürte mir fast die Stimme ab.
„Doris!“, rief ich und schloss zu ihr auf. Sie drehte sich um und sah mich an. Sie lächelte und wartete, bis ich neben ihr war. Was war dieses Mädchen hübsch. Mein Herz sackte nach unten und mein Mut zerbröselte regelrecht auf den Steinplatten des Gehweges.
„Sorry, darf ich dich mal was fragen?“, stotterte ich hervor.
„Klar“, sagte sie und ging langsam weiter. „Ich muss zur Trambahn, kommst du ein Stück mit?“ Sie wischte sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Sie hatte wunderschöne, strahlend blaue Augen. Das hatte mich von Anfang an fasziniert. Und diese Lippen, wie gemalt.
„Ich ähhhh, wollte fragen, ähhhh ob ich dich was fragen dürfte?“
„Das sagtest du schon“, stellte sie leicht amüsiert fest. „Schieß los.“ Ich war total nervös und tänzelte neben ihr her wie ein Volltrottel.
„Doris, äähhh, ich habe ein wenig Probleme in der Schule … Ich wollte dich fragen, ob es möglich wäre, dass wir gelegentlich zusammen Hausaufgaben machen?“ Die letzten Worte waren so leise, dass ich sie selbst kaum verstand, Doris hatte Gott sei Dank gute Ohren. Sie sah mich etwas überrascht an, überlegte kurz und nickte.
„Klar, das können wir machen.“ Sie blieb stehen und drehte sich jetzt zu mir. Sie war einen halben Kopf kleiner als ich. Es war warm an diesem Tag. Ihre Jacke war offen. Das Shirt saß wie angegossen, aber ich sah ihr bewusst nur in die Augen. Und das fiel mir wirklich unendlich schwer, ich wusste nicht mal, was ich mit den Händen machen sollte, geschweige denn, wo ich hinsehen sollte. Am liebsten wäre ich im Boden versunken und nie mehr aufgetaucht.
„Wann?“, fragte sie, als ich nichts mehr sagte.

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