Lernen mit Doris

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Lernen mit Doris

Lernen mit Doris

Emil Lorenz

Die Fahrt mit der Tram dauerte 5 Minuten, Richtung Stadtmitte. Sie wohnte in einem kleinen Reihenhaus in einer Siedlung bei der Westendstraße. Kleiner Garten vor dem Haus, 2 Stufen hoch zur Haustür. Sie hatte einen Schlüssel. Sie ging voraus und ich folgte ihr.
„Ich bin zu Hause, Mama!“, rief sie. „Wir hatten früher aus. Ich habe einen Schulkameraden dabei.“
Direkt nach der Haustür führte die Treppe nach oben. Doris zog ihre Schuhe aus, deutete mir an, das Gleiche zu tun und hängte ihre Jacke links an die Garderobe. Gleich rechts war eine Tür. Ein kleines Messingschild stellte klar, dass hier das WC war. Von rechts kam plötzlich eine ebenfalls blonde, hübsche Frau mit einer blaugrünen Schürze um die Hüften um die Ecke und blieb neugierig lächelnd vor uns stehen.
„Ja, hallo.“ begrüßte sie eigentlich mich und aus dem Lächeln wurde ein Grinsen. Sie wischte sich die Hände kurz an der Schürze ab und hielt mir die rechte entgegen.
„Das ist Klaus.“ Stellte uns Doris einander vor. „Das ist meine Mama.“ Ich ergriff die dargebotene Hand.
„Freut mich, Klaus.“, strahlte sie mich an.
„Mich auch, Frau Strehle“, erwiderte ich und lächelte zaghaft. Ich fand die Mutter von Doris sehr sympathisch und ich hätte auch gerne gegrinst, aber das hätte auch bedeutet, meine eisenbehangenen Zähne zeigen zu müssen, und das wollte ich nun gar nicht.
„Ich bin gerade am Kochen, aber das dauert noch 1 Stunde. Möchtest du mit uns essen?“, fragte sie und sah mich erwartungsvoll an.
„Sehr gerne, wenn es keine Umstände macht.“ Ich sah kurz zu Doris, die grinste aber nur. Sie hatte längst geschnallt, dass Schüchternheit in meinem Ausweis ganz oben stand. Sie brach das Ganze dann auch schnell ab.
„Wir fangen schon mal mit den Hausaufgaben an“, sagte sie und zog mich Richtung Treppe.

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