… Als sie sich am Nachmittag zum Lesen an den See zurückgezogen hatte, war sie von diesem Unbekannten in einer peinlichen Situation überrascht worden, in die sie sich unbewusst selbst gebracht hatte. Der Unbekannte hatte sie erschreckt, war unbeschreiblich dreist gewesen, doch seine ganze Art machte ihn irgendwie auch sympathisch. … So war sie nicht ihrem ersten Impuls gefolgt und weggelaufen, sondern hatte sich auf ihn eingelassen. Es war für sie kaum zu verstehen, und musste wohl an der erotischen Geschichte gelegen haben, dass sie sich bereits am Seeufer lustvoll miteinander vergnügt hatten. Beide hatten sich gegenseitig mit ihren Händen einen herrlichen Orgasmus bereitet. … Dann war sie ihm sogar in seine Wohnung gefolgt. … Die erotischen Bücher die er hatte, nahmen sie gefangen, ja erregten sie aufs Höchste, … diese völlig unbekannte Welt, die er ihr eröffnet hatte.“ Eine kurze Pause. Gerade als ich in Viviens Erzählung einhaken will, macht sie weiter:
„Zwei Mal hatten sie sich noch einander hingegeben. … Es war unbeschreiblich. … Sie hatte mit diesem Unbekannten ganz selbstverständlich Dinge gemacht, die sie sonst nur selten einmal machte, … und hatte ihm Sachen erlaubt, die sie sonst nur Männern gestattete, die sie viel länger kannte. … Sie war wie im Rausch gewesen, denn er hatte Orgasmen durch ihren Körper gejagt, so heftig wie sie sie bisher selten einmal erlebt hatte. … Und nun lag sie in seinen Armen, genoss ihr unbeschreibliches Glück.“ Ich warte ab, denn Vivien hat ihre Erzählung scheinbar beendet. Ein Grinsen huscht über mein Gesicht. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so mitmacht und fühle mich herausgefordert: „Die Sonne sank langsam über die Hausdächer der Stadt und tauchte das Schlafzimmer in ein warmes Abendlicht. Er hatte eine anstrengende Woche gehabt und war bereit mit Vivien in den Armen ins Land der Träume hinüberzugleiten, zumal die tiefe Befriedigung die der wunderbare Sex in ihm ausgelöst hatte, ihn schläfrig machte.
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