Lesestunde

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Alnonymus

Ohne weiter zu überlegen stürze ich in vollem Lauf aus dem Schlafzimmer, nur um im Wohnraum eine Vollbremsung hinzulegen: Mitten im Raum steht Vivien, angezogen, in der Rechten meine Haustürschlüssel, in der Linken eine große Tüte, vermutlich voller frischer Brötchen. Sie schaut mich völlig entgeistert an, zumal sich meine Erleichterung durch ein erfrischendes Lachen seinen Weg bahnt.

„Was ist denn mit dir los?“ fragt sie mehr als nur erstaunt. „Entschuldige“, sage ich, „aber als ich gerade aufgewacht bin, warst du nicht da, und als dann noch die Wohnungstür ins Schloss fiel, dachte ich, du wärst einfach so verschwunden. … Und ich hab doch nicht einmal eine Telefonnummer oder Adresse von dir. … Und wie soll ich mich denn bei dir melden, wenn ich dich wiedersehen möchte, und das möchte ich auf jeden Fall.“ Ein Lächeln erscheint auf Viviens Gesicht. „Naja“, ergänze ich, „ich dachte, dass ich dich vielleicht im Treppenhaus noch aufhalten kann.“ Sie schaut mich mit weit offenen Augen langsam von oben bis unten an: „So wolltest du mir ins Treppenhaus hinterher, vermutlich in der Eile noch ohne Wohnungsschlüssel?“ Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich splitternackt bin. Meine Gesichtszüge entgleiten mir, als nun Vivien herzlich zu lachen beginnt. „Man, ich muss dich ja echt beeindruckt haben!“ Ich stimme in ihre Lachen ein. „Weißt du“, meint sie, „so schnell verschwinde ich nicht, jedenfalls nicht, wenn mir ein Typ gefällt. … Und du gefällt mir sogar sehr.“

Dann erklärt Vivien: „Mir ist gestern schon aufgefallen, dass im Nachbarhaus eine Bäckerei ist, und als ich heute Morgen aufgewacht bin, hast du noch so schön geschlafen. … Naja, und dann hab ich mich angezogen, deine Schlüssel von der Garderobe genommen und Brötchen geholt. … Schließlich brauchst du heute eine kräftige Stärkung!“ Ich schaue sie fragend an und überlege noch, was sie mit der letzten Bemerkung wohl gemeint hat, da kommt sie bereits mit wiegenden Hüften auf mich zu. Vivien schmiegt sich an mich und zwinkert mir zu: „Weißt du, das Wochenende ist noch lang, und du hast noch sooo viele unanständige Bücher, die ich mit dir gemeinsam lesen möchte.“ Zärtlich drücken sich ihre Lippen auf meine. Unsere Zungen finden sich zu einem verlangenden Spiel, währen mein Schwaz in ihrer Hand zu voller Größe heranwächst. Tja, die erste Geschichte heute werden wir wohl schon vor dem Frühstück lesen. Und wer hat gesagt, dass man eine Frau mit Literatur nicht beeindrucken kann?

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