Eigentlich war das für die chica gefährlich, aber sie versichere ihm, um diese Zeit und bei diesem Wetter sei kein Polizist mehr unterwegs. Die konspirative Wohnung lag ebenfalls an der Uferstraße, jedoch in einiger Entfernung, wo die schicke Promenade in ein Gebiet mit ärmlichen Mietskasernen überging. Als sie sich wieder der Uferstraße näherten, ließ sie seine Hand wieder los und sagte, die Gegend hier, stehe unter besonderer Beobachtung durch die Polizei und durch freiwillige Helfer, da hier die Gewalt des Meeres beim letzten ciclon große Schäden an den Häusern angerichtet hatte. Sie bedeute ihm einen Block vor dem Ziel, dass er allein weiter gehen solle und beschrieb ihm genau die Lage der Wohnung und vergaß auch nicht, ihn zu ermahnen, er solle unbedingt den Hintereingang benutzen.
Sie trafen sich vor der Tür der Wohnung ihres Bekannten im obersten Stock einer dieser Mietskasernen. Sie gehörte einem jungen Mann, der ebenfalls Rastalocken hatte und ständig breit grinste. Er wohnte anscheinend allein hier und hatte die Aufforderung zur Evakuierung, wie viele andere auch, ignoriert. Er war dabei, seine Wertsachen - Kühlschrank, Fernseher, Couch - in den Teil der Wohnung zu räumen, der vom Meer abgewandt war und die Fenster zum Meer mit Latten zu verbarrikadieren. Er war ob des Besuchs zu so später Stunde keineswegs erstaunt und noch weniger irritierte ihn der Grund, den die chica ihm kurz erklärte, er nannte einen Preis und steckte das Geld für die Miete in seine Hemdtasche. Dann ermahnte er die beiden noch, sich nicht auf dem Balkon aufzuhalten, keinen Lärm zu machen und niemanden in die Wohnung zu lassen. In einer Stunde oder wenn sie wollten auch später, käme er zurück. Dann ließ er sie allein, um seine Zeit irgendwo, bei einem Nachbarn oder auf der Straße zu verbringen.
Liebe im ciclon
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