Liebe ist...

Für einen Feuerfetischisten

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Liebe ist...

Liebe ist...

Lady Sara

Die Feier war mir egal. Ich hoffte nur, daß niemand merkte, was dieser Ofen mir bedeutet.

 

Und dann passierte es doch: Die Kollegen haben gewitzelt, und irgendeiner sprach davon, während der Kamintätigkeit den Ofen mal von innen zu betrachten. Ich habe einen Moment zu lang gestutzt - und einer meiner Untergebenen hat es bemerkt. Er hat mich erst nachdenklich, dann herausfordernd angesehen. Ich habe abrupt das Thema gewechselt, aber es blieb eine gewisse Spannung in der Luft.

 

Obwohl er nicht der einzige war, der dem Rotwein ein wenig zu sehr zugesprochen hatte, habe ich nur ihm instinktiv angeboten, doch in unserem Gästezimmer zu übernachten. Ich formulierte das Angebot distanziert und förmlich wie immer und redete mir selber ein, es wäre nur eine normale Gastfreundschaft, die ich einem alkoholisierten Besucher gewähre. Da auch mein Mann mir sofort zustimmte, habe ich offenkundig wirklich meine Contenance beim Aussprechen des Vorschlages beibehalten, mich trotz des pochenden Herzens nicht verraten. Ich schlief -kühl wie immer- bei und mit meinem Mann, während mein Angestellter, der nun gerade in meinem Ofen verbrennt, im Nebenzimmer war und, wie er mir gestanden hat, nur unruhigen Schlaf gefunden hat, weil er mich bereits erkannt hatte.

 

So gut, wie nur ein Ofenfetischist sein Gegenstück erkennen kann.

 

Noch ahnte ich nicht einmal, daß es männlich-passive Ofenfetischisten gibt. Ich hatte mich in meiner aktiven “Verbrennerinnen-Perversion” immer ganz alleine gefühlt. Doch dann stand mein Übernachtungsgast am nächsten Morgen vor mir, und dann fielen die magischen Worte, trotz der fragenden Intonation war es eine Aussage: “Sie wollen das wirklich, oder?” und -kaum zu fassen- auch “Ich würd’s machen.”

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