Nie warst du ein besonders guter Angestellter, nun aber bist du ein besonders guter Brennender. Nach deiner Entlassung hätte ich dich sicherlich rasch vergessen, nun aber werde ich stattdessen deine Asche hüten wie ein kostbares Gut.
Bevor du bei mir eingetroffen bist, habe ich mich auf unsere Begegnung sinnlich vorbereitet, habe mich mit einer wohlduftenden Bodylotion eingecremt und dann mein schwarzes Seidenkleid gewählt, daß ich nur zu den ganz besonderen Anlässen trage. Einen Teil deiner Asche werde ich, zur Erinnerung an diesen Abend, in meine Bodylotion einrühren, und ich werde nur sparsam damit umgehen, damit du möglichst lange hälst…..
Während du mich bei der Planung “des Projekts” durch deine eigene zielstrebige Forschheit im Hinblick auf die Ofen-Verbrennung wieder und wieder überrascht hast und mein Zögern so in einen konkreten Plan umwandeln konntest, wirktest du in dem Moment, als du bei mir dann in deiner üblichen schlichten, unauffälligen Kleidung im Türrahmen standest und mich in meiner seidigen Gala-Garderobe sahst, selber eingeschüchtert. Du hast mich angeschaut mit Augen, in denen ich Begehren, Hoffnung und Unsicherheit zugleich lesen konnte, nicht Unsicherheit im Hinblick auf das Brennen, aber auf mich als deine Verbrennerin. Vielleicht hast du dich gefragt, wie nahe du mir kommen dürftest, denn du bewegtest dich dann gar nicht weiter auf mich zu und hast mich nur ganz unterwürfig angesehen. Erwartungsvoll, und mir die dominante Führung überlassen. Gerade deine offenkundige Devotion machte mich stark, und ich reagierte so souverän, wie ich es auch als Chefin gewohnt bin, obwohl auch in mir die Gefühle explodierten.
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