Dort würde es am wenigsten schaukeln, und Samira fühlte sich im kleinen Raum sofort geborgen. Sie verstaute ihre Utensilien, entnahm einer Plastiktragetasche den Kasack, der ihr zur Verfügung gestellt worden war, und zog sich aus. Entweder hatte sie zugenommen oder die Berufsuniform war zu oft gewaschen worden. Jedenfalls musste Samira am Hosenbund ziehen und ruckeln, bis sie die Hose über ihren Hintern hochbekam. Was sie als angenehm empfand, war die reine Baumwolle des Kasacks – ganz anders als die halbsynthetischen Kleidungsstücke, die sie sich von den Spitälern gewohnt war, in denen sie bisher gearbeitet hatte.
Sie drehte sich vor dem Standspiegel, und, was sie sah, gefiel ihr, einmal abgesehen von ihrem prallen Arsch, der zweifellos die Blicke der Gäste und der Offiziere auf sich ziehen würde. Die Krankenschwestern-Crew, der sie sich daraufhin wieder anschloss, wirkte nun sehr professionell in ihren Uniformen und dem goldenen Streifen am linken Oberarm, der ihnen allen ein Schiffs-Zugehörigkeitsgefühl vermittelte.
Das eigentliche Bordhospital lag auf einem der tiefen Decks nahe der Gangway, damit Patienten schnell von Bord gebracht werden konnten. Die Ausstattung war, wie der ganze Rest des Kreuzfahrtsschiffs, grosszügig, mit fünf Behandlungsräumen, drei Intensivbetten, zwei Isolierzimmern, Defibrillatoren, Telemedizin, und sogar ein kleines Labor sowie ein Röntgenraum befanden sich an Bord, Letzterer wohl für die Schenkelhalsbrüche, die womöglich zu versorgen waren, denn viele der Gäste waren betagt.
In den letzten Jahren war es immer wieder zu Norovirusausbrüchen gekommen, aber es gehörte zur Etikette des vornehmen Schiffs, Gäste nicht gleich von Anfang an auf derartige Unappetitlichkeiten aufmerksam zu machen. Erkrankte würden in der Kabine bleiben müssen, die Selbstbedienung im Buffet würde eingestellt.
Liebe machen auf dem Atlantik
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Liebe machen auf dem Atlantik
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