Liebe machen auf dem Atlantik

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Liebe machen auf dem Atlantik

Liebe machen auf dem Atlantik

Anita Isiris

Miami. Lissabon. Southampton. Alles wichtige, für Kreuzfahrten bekannte Hafenstädte. Southampton ist der wichtigste und grösste Kreuzfahrthafen in Nordeuropa. Er liegt an der Südküste Englands mit direktem Zugang zum Ärmelkanal und zum Atlantik. Die Stadt ist der traditionelle Heimathafen berühmter Linienreedereien und ein zentraler Startpunkt für Nordeuropa-, Westeuropa- und Transatlantik-Kreuzfahrten. Und dort heuerte Samira an – als Schiffskrankenschwester. «Ship Nurses» sind unentbehrlich, insbesondere in Notfallsituationen, die sich an Bord immer mal wieder ereignen können. Samira war bewusst, dass sie kaum Tageslicht sehen würde, wenn sie in langen Schichten auf den unteren Decks arbeitete, während die Gäste sich oben an den Pools fläzten.
Aber ihr war es wichtig, dem drögen Spitalalltag zu entkommen und ihre medizinischen Fähigkeiten während ein paar Monaten auf einem Schiff zur Verfügung zu stellen. Zärtlich hatte sich Loris, ihr langjähriger Partner, soeben von ihr verabschiedet und sie innig an sich gedrückt.
«Trag dir Sorge», sagte er und küsste sie ein letztes Mal.
Mit dem Eifersuchts-Thema hatten sich die beiden lange und eingehend auseinandergesetzt. Loris war mehr als nur bewusst, dass seine Samira an Bord auch Männern begegnen würde, seien es nun Gäste oder Personal. Er war derart verliebt in seine Freundin, dass er sich vorstellte, dass es allen Offizieren, mit denen seine Samira länger als fünf Minuten zusammensein würde, genauso erging.
«Wenn etwas passiert, dann passiert es halt», hatte er geseufzt und seine Freundin innerlich freigegeben, für die paar Monate auf See, auch wenn es ihn schmerzte.
«Liebe und Sex sind zwei verschiedene Dinge», hatte er sich unaufhörlich eingeredet, sich aber dann vor dem Einschlafen doch bei Sexfantasien ertappt, die seine Samira mit einschlossen, leidenschaftlich geküsst, befingert und sogar gebumst von den Offizieren mit den goldenen Ärmelstreifen.

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