Eine ganze Flasche, so die Fremde, die sich inzwischen als Maylen vorgestellt hatte und somit nicht mehr fremd war, sei für sie eindeutig zu viel. Zu einem Glas Sekt war Gloria schon öfter eingeladen worden, aber zu einer ganzen Flasche und dazu diese mit einer Frau zu trinken, war für sie neu und machte sie ihr immer sympathischer. Es war mittlerweile spät geworden, alle Gäste bis auf Maylen waren gegangen und neue würden an diesem Tag auch keine mehr kommen, beschloss der Chef, der sich offensichtlich langweilte, die Bar, früher als üblich, zu schließen. Maylen, als sie hörte, wo Gloria wohnte und dass sie ein Taxi brauche, um heim zu kommen, bot sofort an, sie in ihrem Auto nach Hause zu bringen, was natürlich durchaus willkommen war, denn Gloria sparte so das Geld für den Transport. Unterwegs sangen und lachten die beiden, denn der Sekt wirkte immer noch. Als sie ihr Ziel erreichten und anhielten, wurde Maylen plötzlich ernst, ja geradezu verlegen, was sie den ganzen Abend nicht gewesen war und sagte schließlich, „Hey, kann ich dich etwas fragen? Etwas sehr persönliches?“ Gloria nickte, aber Maylen zögerte einen Moment, dann fuhr sie fort, „Wie hältst du es mit Frauen, mit der Liebe zu Frauen? Hast du schon einmal etwas mit einer Frau gehabt? “ Gloria war nun erneut irritiert und druckste verlegen herum, sie wisse es nicht, sie habe keine Erfahrung, sie habe noch nie, noch nie etwas mit einer Frau gehabt, sie habe an so etwas noch nie ernsthaft gedacht. Maylen lächelte verständnisvoll und meinte, das sei ja wohl ganz normal sei und sie sei auch keine Lesbe, sie möge Männer durchaus, aber ab und zu fände sie Liebe mit Frauen interessanter als mit Männern und ein Dreier mit zwei Frauen und einem Mann sei sicher auch aufregend, aber diese Erfahrung habe sie selbst noch nie gemacht.
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