Es ist, als ob er schwebe, als habe er alle Last von sich geworfen, als tauche er ein, in ein Meer des Wohlgefühls. Sexuelle Phantasien durchpeitschen sein Gehirn, Schmetterling tanzen in seinem Bauch, er stöhnt und atmet heftig, sein Herz pocht bis zum Hals und sein Glied ist ein heißer Speer aus hartem Stahl. Er bedauert zutiefst, dass er allein an diesem magischen Ort verweilen muss, dass er es in den Tagen seines Aufenthalts nicht geschafft hat, eine Frau anzubaggern und mit ihr hier herzukommen, obwohl es in dem Club sicher viele potentielle Kandidatinnen gegeben hätte. Aber er ist nun mal nicht der Typ für so etwas, er ist kein womanizer, kein Don Juan. Ein wenig wünscht er sich jetzt sogar, die alte Skandinavierin wäre hier.
Doch er ist gar nicht allein. Als er für einen Moment die Augen öffnet, von einem seltsamen Gefühl des Beobachtetwerdens getrieben, sieht er vor sich eine Gestalt, die er zunächst gar nicht recht erkennen kann, da ihn die tiefstehende Sonne blendet. Er blinzelt und erst langsam sieht er klar und deutlich das junge Mädchen, das in einer Entfernung von vielleicht zwei, drei Metern vor ihm steht. Ein junges schwarzes Mädchen, fast noch ein Kind, aber doch schon eine Frau, wie er an dem Busen unter dem zerrissenen, dreckigen T-Shirt erkennt und an den Rundungen von Taille und Hüfte. Sie ist fast nackt und sehr schwarz und hat nur dieses löchrige, blaue T-Shirt und einen sehr kurzen, roten Rock an. Ihr Beine sind lang und dünn, mit vielen Kratzwunden und Insektenstichen. Sie ist barfuss und er sieht, als sie sich bewegt, die dicke Hornhaut auf den Fußsohlen. Auch die Arme sind lang und dünn, fast ohne Muskeln. Das Mädchen hat kurze, krause Haare und ein hübsches, kleines Gesicht. Die Lippen sind nur wenig ausgeprägt, die Nase flach, die Stirn hoch. Ihr freundliches Lächeln wechselt sich mit hellem Lachen ab, dabei blitzen ihre schneeweißen Zähne in dem schwarzen Gesicht.
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