Erst dann ging er in das Restaurant und widmete sich dem gegrillten Fisch, den verlockenden Langusten, den appetitlichen Salaten und dem samtenen Charme eines ordentlichen französischen Rotweins. Während des Essens war seine Stimmung entspannt und die Welt um ihn herum rosarot, doch nach dem Essen wurde er plötzlich sehr müde und er kehrte in seinen Bungalow zurück, obwohl er sich vorgenommen hatte, noch eine Animationsshow zu besuchen. Er fiel auf sein Bett und schlief rasch ein. Doch die Nacht war alles andere als angenehm. Träume quälten und verfolgten ihn. Träume der Lust und der Angst, des Begehrens und der Sehnsucht, die sich aber im Laufe der Nacht immer stärker in Richtung Enttäuschung, Erniedrigung, Versagen verschoben. Eine ganz intensive Sequenz, die sich mehrfach wiederholte, zeigte den Liebesbaum und einen nackten, weißen Mann, der davor kniet, umgeben von einer Schar dunkler Männer, die auf ihn einschreien und mit langen Stöcken wie rasend auf den Boden trommeln. Schweißnass und angsterfüllt wachte er mehrmals auf, sein Herz raste, Asthmaanfälle ließen ihn hecheln, sein Mund war trocken und im Hals steckte ein Kloß, der sich keinen Millimeter bewegte. Irgendwann konnte er nicht mehr weiterschlafen, obwohl eine bleischwere Müdigkeit auf ihm lag. Wie gerädert schleppte er sich am Morgen zum Frühstück, wo ihn erst ein paar Tassen starken Kaffees wieder fit machten.
Am nächsten Abend war er eigentlich entschlossen, diesen seltsamen Baum nicht noch einmal aufzusuchen, aber es trieb ihn förmlich zu dem Trampelpfad, zu der Pforte, auf die Lichtung, unter die Äste des Wunderbaums mit seinen Lorbeerblättern und rosa Blüten. Doch zu seinem Erstaunen saß dort bereits eine Person, im Lotussitz, mit gekreuzten Beinen, den Rücken an den Stamm gelehnt, die Augen geschlossenen.
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