Loslassen mit dir

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Loslassen mit dir

Loslassen mit dir

Chloé d'Aubigné

Und ob ich mutig genug bin, ihr das zu geben, wonach sie sich sehnt – und mir selbst auch.
Am dritten Tag weiß ich, dass ich handeln will. Ich halte das Handy länger in der Hand, lasse Daumen und Fantasie kurz kreisen. Dann schreibe ich ihr: Samstag wäre gut. Komm zu mir. Hier ist mehr Platz – und niemand fragt.
Sie antwortet sofort, als hätte sie nur darauf gewartet: Perfekt. Jakob fährt zu seinen Eltern. Ich bringe Wein mit.
Ich lese es zweimal, lächle und merke, dass ich angefangen habe, in Eventualitäten zu denken: wo sie sitzen wird, wie nah, was sie tragen könnte. Ob ich sie zuerst mit Worten führen werde oder mit der Hand an ihrem Handgelenk.
Am Abend stöbere ich im Internet. Ich will verstehen, wie das funktioniert, was Grenzen heißen. Was Verantwortung bedeutet, wenn jemand sich ganz fallen lässt. Auch wenn ich nur einen Bruchteil davon verstehe, ich fühle mich ein wenig besser vorbereitet.
Ich bestelle schließlich ein schlichtes Lederpaddle – mehr Symbol als Werkzeug. Als das Paket schon am nächsten Tag ankommt, öffne ich es gespannt. Streiche darüber, lasse das Material gegen meine Handfläche klatschen, und dieser Schlag, dieses Geräusch weckt etwas in mir, das ich nicht benennen kann – etwas zwischen Macht und Sehnsucht.
In der Nacht träume ich von damals: Wir sechzehn, barfuß, in ihren weißen Bettlaken; sie lacht, ich lächle, und irgendwo zwischen Kichern und Schweigen dieses erste, unschuldige Staunen über Nähe. Und Lust. Als ich erwache, spüre ich es wieder – nicht Scham, sondern Vorfreude. Und ein leises Pulsieren zwischen meinen Beinen, das sich nach Wiederholung sehnt.
Tagsüber überlege ich mir, was ich machen könnte. Und was ich machen will. Welche Befehle ich aussprechen werde. Was ich fordern werde. Ob ich sie knien lasse. Und wie weit ich wohl gehen kann, ohne dass sie es abbricht.

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