Am Samstag früh putze ich die Wohnung, stelle zwei Gläser auf den Tisch, ein paar Blumen in die Vase. Ich wähle meine Kleidung bedacht – ein schlichtes schwarzes Kleid, barfuß. Ich will nicht verkleidet sein; ich will, dass sie mich sieht. Aber dass sie spürt, dass ich die Kontrolle habe.
Als der Abend anbricht, kommt ihre Nachricht: Bin unterwegs. Freue mich aufs Abendessen.
Sie ist vorsichtig. Und klug. Geht auf Nummer sicher, falls Jakob ihre Nachrichten lesen sollte. Man weiß ja nie. Das mag ich normalerweise am meisten an ihr. Doch in diesem Moment ist es vor allem ihr Körper, der mich interessiert. Ob ihre Brüste immer noch so keck stehen wie früher. Oder ob auch sie schon ein wenig der Schwerkraft nachgeben mussten. Wie sich ihr Po anfühlt, wenn meine Hand darauf landet. Bald würde ich es wissen.
Als die Klingel geht, halte ich kurz den Atem an. Dann öffne ich.
Sie steht dort. Obwohl es draußen windig ist, sitzt ihr Haar, das sie zu einem Zopf geflochten hat, akkurat. In der Hand hält sie eine Flasche Wein.
„Ich hoffe, du hast Hunger“, sagt sie mit einem Grinsen.
„Immer.“
Dann fällt die Tür hinter ihr zu – und ich weiß, dass es jetzt beginnt. Dass wir aufeinander Hunger haben.
Als die Tür ins Schloss fällt, verändert sich die Luft. Es ist nur ein leises Klicken, doch darin liegt dieser eine Augenblick, in dem das Denken aufhört und der Körper übernimmt.
Sie stellt den Wein ab, bleibt stehen. Unsere Blicke treffen sich – und das reicht schon. Ich weiß, die Grenze, die wir früher schon überschritten haben, existiert zwischen uns nicht mehr. Stattdessen pulsiert etwas Warmes, Verbotenes, das meine Haut zum Kribbeln bringt.
„Wie machen wir das?“, fragt sie schließlich – leise, fast tonlos, ihre Augen suchend.
„So, wie es sich richtig anfühlt“, antworte ich ruhig.
Loslassen mit dir
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