Loslassen mit dir

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Loslassen mit dir

Loslassen mit dir

Chloé d'Aubigné

Da ist zwar noch ein Hauch von Unsicherheit, aber das macht es einfach nur echt. Vor allem ist in ihre Bewegungen auch eine Entschlossenheit. Sie will keinen Quadratzentimeter von mir auslassen, nichts versäumen. Ihre Hände streichen über meinen ganzen Körper: meinen Nacken, meine Brüste, meine Taille, meinen Po.
Doch ich will mitbestimmen, was wir jetzt machen. Will noch ein wenig die Rolle der Herrin weiterspielen, die entscheidet, was geschieht. Also setze ich mich rittlings auf sie, spüre ihre Wärme zwischen meinen Schenkeln, während sie meine Hüften umfasst und mich gegen sich zieht. Unsere Körper finden von selbst einen Rhythmus, langsam zuerst, dann dringlicher, ein Reiben, Gleiten, immer wieder. Ihre Finger stimulieren meine Klit. Sie wissen genau, was sie tun. So, als könnte sie meine Gedanken lesen. Oder mich. Schweiß glänzt auf ihrer Stirn, auf meinem Dekolleté, eine kleine Schweißperle läuft über meine Brust.
Ich schließe die Augen, lasse mich fallen, bis ich vergesse, wer oben, wer unten ist, wer führt und wer folgt. Ihr Oberschenkel drückt nun genau dort gegen mich, wo ich ihn spüren muss; ich bewege mich dagegen, schneller, unkontrollierter, während sie meine Brüste in den Händen hält, meine Hüften dirigiert und mich einfach ganz sieht. Als ich komme, ist es kein halb unterdrückter, stiller Höhepunkt, sondern ein Aufbrechen – ein keuchender Laut, den ich von mir noch nie gehört habe, aber der sich so natürlich anhört. Ein unwillkürliches Verkrampfen meiner Finger in ihrer Haut, ein Beben, das mich von innen her leer und gleichzeitig übervoll macht.
Ich sinke auf sie, Haut an Haut, ohne Worte, nur das Nachglühen unserer Körper. Keine Befehle mehr, keine Rollen, nur zwei Frauen, die sich gerade gegenseitig gezeigt haben, was sie einander längst nicht mehr zugetraut hatten.

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