Luises Rute

Episode 4 aus: Die Abenteuer einer Gouvernante

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Luises Rute

Luises Rute

Andreas

Es blieb bei beidseitigem Fingerspiel, das mit einem besudelten Mädchenkleid endete. Jolanthe schlich sich unbemerkt davon, nachdem auch Luise ihren Erguss feierte. Dieser Abend verlangte die Birkenrute! Jolanthe musste sehr bald handeln.

Die Farbe der Atlasschleife signalisierte Jolanthe, für welchen Mädchenpopo die damit geschmückten Birkenreiser bestimmt waren. Die Gelbe war schon im Einsatz gewesen, so dass nur noch die Rote übrigblieb. Jolanthe füllte die Bodenvase mit frischem Wasser auf, um Luises Birkenlieschen ordentlich zu wässern. Die Zweige sollten schön saftig sein, damit sie ordentlich durchzogen. Jolanthe war bewusst, dass sie Luise streng zu strafen hatte! Was wäre, wenn sie schwanger ging? Die Lünens hätten Jolanthe mangelnde Pflichterfüllung vorgeworfen, wenn sie ihren Liebling ins Unglück rennen ließ! Ihr war vollkommen klar, dass sie Luise Popo mit Birkenbeize behandeln musste. Die Rute war das beste Instrument, um einem gestrauchelten Mädchen wieder den rechten Weg zu weisen. Jolanthe hatte selbst oft genug die Rute auf ihrem Hintern gespürt. Die Gouvernante wollte die Strafe gleich nach ihrer Rückkehr aus der Hansestadt vornehmen. Jolanthe freute sich auf ein Wiedersehen mit Klaus, ihrem zukünftigen Bräutigam. Sie vermisste ihn, diesen fleißigen Hafenarbeiter. Klaus war bereit, für ihre gemeinsame Zukunft alles zu geben. Diese Einstellung imponierte Jolanthe. Am letzten Abend vor ihrer Fahrt setzte sie sich zu ihren Mädchen. Jolanthe fiel auf, dass Luise ihren Augen auswich. Sie spürte ihr schlechtes Gewissen, was die Gouvernante als gutes Zeichen wertete.

Alwine fiel ihr um den Hals, während die Tränchen flossen. Trotz der Strenge liebte sie ihre Erzieherin. Luise empfand dasselbe, aber sie konnte es einfach nicht zeigen.

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