Jochen ertappte sich dabei, Luna zu beobachten, wenn sie die Gehwegplatten festklopfte. Ihr kleiner, aber runder Po bot einen ästhetischen Kontrast zu den sogenannten Bauarbeiter-Dekolletees, die manche ihrer Kollegen auf allzu freizügige Weise präsentierten. Lunas ansprechender Hintern war dagegen sicher verpackt. Er ließ seine Schönheit eher erahnen, wenn sie sich nach vorne beugte, um ihre Arbeit zu machen. Jochen fand aber auch, dass sie manchmal zu sehr auf ihr Äußeres setzte. Bei unangenehmen Arbeiten, wie dem Bedienen der Rüttelplatte, ging Luna zumeist auf Distanz. Sie überließ diesen Job lieber dem kräftigen, aber etwas schlichten Harry, obwohl sie wusste, dass seine Bandscheiben angeschlagen waren. Jochen stellte also fest, dass Luna die Männer im Griff hatte. Er respektierte ihr fachliches Wissen, doch ihr Verhalten konnte er nicht immer gutheißen. An einem sehr heißen Sommertag echauffierte Jochen sich über Luna, die es auch heute verstand, die besonders anstrengenden Arbeiten an ihre männlichen Kollegen zu delegieren. Sie wusste, dass Harry ihr keinen Wunsch abschlagen konnte und selbstverständlich die Bedienung des 60 kg schweren Geräts übernahm, um den Untergrund zu verdichten. Jochen bestellte Luna in sein Büro, das eigentlich der Bauwagen war, in dem die Truppe ihre Pausen verbrachte. Luna fragte sich, was der neue Vorarbeiter von ihr wollte. Sie saß Jochen gegenüber, der sie mit kritischen Blicken musterte. Luna wirkte selbstbewusst und keineswegs unsicher.
„Findest du es in Ordnung, dass der arme Harry die ganze Zeit die Rüttelplatte bedienen muss? Dir ist doch bestimmt bekannt, dass er Rückenprobleme hat.“
Luna lächelte. „Ich zwinge ihn ja nicht. Ist es nicht legitim, wenn ich ihn frage, ob er den Untergrund vorbereiten will?
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