Wie ein Tiger kann er um den Kubus herumschleichen, zutiefst verletzt, während seine Lebenspartnerin vom ganzen Schmerz nichts weiss und sich im Innern des Würfels genüsslich hingibt. Einen „Locker“ (vom Englischen „to lock“ – „abschliessen“) gibt es nur in Agnetha’s Club in Stockholm.
John nimmt Brigitte bei der Hand und führt sie zum „Locker“, so, als würde er sie zum Tanz auffordern. Mit Stielaugen verfolgt Holger das Geschehen. Doris’ Hand an seiner Brust fühlt sich plötzlich kalt und leblos an; Lisas Fingerspiel an seinem Gemächt wird zum Ameisenkribbeln. Brigitte, seine Brigitte, und John verschwinden im „Locker“!
Mit einem Mal ist es totenstill. Alle spüren die Spannung, die sich über den Raum legt. Sogar Jenny hält beim Mixen eines Drinks inne. In der Zwischenzeit machen John und Brigitte es sich gemütlich. Sie setzen sich aufs breite Bett; John zieht eine Schublade auf und breitet auf der Satin-Bettdecke unterschiedlichstes Liebesspielzeug aus. Das Meiste ist Brigitte unbekannt; verwundert nimmt sie einen „doppelten Tarzan“ in die Hand und spielt damit herum.
„Curious girl, heh?“ grinst John und verliert allmählich seine höfliche Distanz. Brigitte sieht sich im Raum um. Die Einwegfenster sind nicht zu erkennen und von innen als Hologramme getarnt. Splitternackt sitzt sie neben dem Schwarzen und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Das Erste, was kommt, ist Holger. Mit einem federnden Tritt befördert er seinen Barhocker zur Seite und eilt zum „Locker“. Er muss unbedingt wissen, was John mit seiner Brigitte macht. Wir von der Crew sind uns solches gewohnt; Eifersucht treibt bizarrste Spiele mit den Menschen. Wir sind Profis und wissen genau: In manchem Männerkopf spukt die Idee, wie es wohl wäre, wenn sein Schätzchen mal von einem andern gebumst würde… aber wehe es passiert tatsächlich. Und noch viel weher, das Weibchen bekommt Spass an der Sache!
Lust
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