Der Lustbeamer - Teil I

Im Café

6 18-28 Minuten 0 Kommentare
Der Lustbeamer - Teil I

Der Lustbeamer - Teil I

Yupag Chinasky

Noch war es nicht so weit, aber der Tag des Triumpfes war nicht mehr sehr fern. Noch herrschte Alltag, noch musste er seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Immerhin leitete er ein hoch spezialisiertes Labor und hatte ausreichende Forschungsgelder zur Verfügung. Solange er Erfolg hatte, war er auch ziemlich unabhängig. Er konnte auf seinem Fachgebiet tun und lassen, was er wollte. Niemand redete ihm drein, weil es keinen gab, der ihm überlegen war. Doch das ganz große Ding, von dem er träumte, der Knallbonbon, die Riesenüberraschung, die Weltrevolution, würde nicht auf seinem Fachgebiet stattfinden. Es gab da noch etwas, ein Gebiet, auf dem er wirklich ein einsamer Spezialist war, aber das wusste sonst keiner. Bei seiner Arbeit hatte er sich schon sehr früh auf die Teile des Gehirns spezialisiert, in denen man einen Tumor nicht durch Operation entfernen kann, ohne den Patienten umzubringen. Dazu gehörte die Hypophyse, diese wichtige Hormondrüse mitten im Großhirn. Wenn dort ein Krebs wucherte, gab es ohne seine Technik keine Rettung. Er hatte es geschafft, auch solch einen Krebs im frühen Stadium mit Hilfe eines Lasers zu zerstören. Das verhalf zwar dem Patienten zum Überleben, aber seine Persönlichkeit wurde drastisch verändert. Deswegen hatte er eine andere Methode gesucht und auch gefunden. Er hatte den Laser wesentlich schwächer, dafür aber viel genauer dosiert. Jetzt wurden die Krebszellen nicht mehr direkt zerstört, sondern die körpereigenen Abwehrkräfte wurden genau dort so gestärkt, dass sie den Krebs besiegen konnten.

Eines Tages geschah dann etwas Merkwürdiges. Ein Ereignis, das Ähnlichkeit mit der Entdeckung der Wirkung von Viagra aufwies. Damals hatten herzkranke Männer auf Besserung gehofft, stattdessen bekamen sie einen gewaltigen, sexuellen Appetit und die Firma Pfizer, die die blauen Romben verhökert, wurde steinreich.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 10482

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben