Der Lustbeamer - Teil I

Im Café

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Der Lustbeamer - Teil I

Der Lustbeamer - Teil I

Yupag Chinasky

Auch seine Versuchstiere verhielten sich immer dann sehr seltsam, wenn er Musik hörte, während er ihre Hypophyse mit seinen sanften Laserstrahlen stimulierte. Dann entstand in den Tieren eine spontane, unbändige Lust auf Sex, die sie sofort zu befriedigen suchten. Er kam zu dem Schluss, dass die sexuelle Erregung, die sich im Körper normalerweise langsam aufbaute, von der Sichtung eines geeigneten Partners bis zum Orgasmus, zur Ejakulation und gegebenenfalls zur Empfängnis, dass dieser Mechanismus, der für alle Säugetiere absolut notwendig und deshalb so mächtig ist, bei den stimulierten Ratten sofort und deutlich verstärkt einsetzte. Die Tiere, ob männlich oder weiblich, befanden sich sofort in einem orgiastischen Zustand, vergaßen alles andere um sich herum und wollte nur noch diesem immensen Trieb nachgehen und die ersehnte Erlösung finden. Er gewann zudem den Eindruck, dass sie es am liebsten mit ihm, dem Experimentator, getrieben hätten. Ratten, die auf einen Menschen scharf sind. Ein seltsames Verhalten und eine komische Vorstellung, die ihn aber nachdenklich machte. Warum reagierten sie überhaupt auf den Laser und warum so spezifisch, wenn er Musik hörte? Ja, es war noch bizarrer, nur wenn er eine bestimmte Art von Musik hörte, wurden sie richtig geil, bei einer anderen Musik blieben sie ziemlich cool. So erregte zum Beispiel der Walkürenritt von Wagner die Ratten bis zum Wahnsinn, dagegen empfanden sie beim Liebestod offenbar gar nichts. Wie konnten Ratten Musik von einem Komponisten unterscheiden und warum rief nur die eine diese elementaren Reaktionen in ihren Körpern hervor? Er wusste natürlich, dass die Stimmung von Menschen durch Musik stark beeinflusst werden konnte. Aber dass Ratten so spezifisch reagieren sollten, war neu, das hatte noch niemand beobachtet. Er fand schließlich den Grund heraus und war stolz darauf.

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