Der Lustbeamer - Teil II

Im Hotel

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Der Lustbeamer - Teil II

Der Lustbeamer - Teil II

Yupag Chinasky

Sie räkelt sich, wälzt sich ein wenig Hin und Her, stöhnt dabei. Tut sie das, um ihn doch noch anzulocken? Hat sie selbst überhaupt noch Lust? Ihre Gedanken werden immer träger, das Warten nervt sie. Warum ist plötzlich alles so kompliziert? Sie hatte sich vorgestellt, als ihr Not am größten war, als sie diesen Mann regelrecht angefleht hatte, dass auch er irrsinnig geil sein müsste, dass er sich, kaum wären sie im Zimmer, auf sie stürzen würde, dass er sie nehmen würde, wie ein liebestoller Kater eine läufige Hündin besteigt. Quatsch, ein Kater und eine Hündin, das geht nicht, aber egal. Warum macht dieser Langweiler keine Anstalten zu ihr zu kommen, ihr endlich die Befriedigung zu verschaffen, die sie so dringend braucht? Gebraucht hat? Nein, immer noch braucht, mehr denn je braucht. Komm, flüstert, sie. Ich bin doch da, bin bei dir, hört sie eine Stimme. Umarme mich, bettelt sie. Ich bin doch neben dir, spürst du mich nicht? Streichle mich. Fühlst du nicht meine Finger auf deiner Haut, meine Küsse zwischen deinen Beinen? Mach weiter, mein Liebster, beeile dich, komm zu mir, ganz zu mir, komm in meinen Lustgarten, tritt ein, endlich, ja, das ist gut, das tut so gut, dring jetzt endlich ein.... Sie träumt, versinkt, verliert sich in einer diffusen, angenehmen, heilen Welt, in der es nur noch das Glück gibt und sonst nichts.

Als sie wieder zu sich kommt, ist ihr Körper schwer, sie kann weder Arme noch Beine, nicht einmal die Finger bewegen. Es ist nicht möglich, die Augen zu öffnen. Ihr Gehirn ist voller Tran, ihre Gedanken unendlich träge. Sie weiß weder, wo sie ist, noch was mit ihr los ist. Sie weiß nur, dass sie gerade etwas sehr Schönes erlebt hat. Aber was? War es Wirklichkeit oder doch nur ein Traum, den sie schon wieder vergessen hat. Der Traum ist weg, aber das schöne Gefühl ist immer noch da, deswegen muss es ein schöner Traum gewesen sein.

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