Der Lustbeamer - Teil II

Im Hotel

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Der Lustbeamer - Teil II

Der Lustbeamer - Teil II

Yupag Chinasky

Das konnte eigentlich nicht sein, man hörte doch, dass die Lust dann deutlich abnahm, bevor sie schließlich ganz verschwand. Vielleicht war es noch ein letztes Aufbäumen, eine letzte unbewusste Gegenreaktion ihres Körpers. Diese Vorstellung war absolut schrecklich, aber es blieb ihr erspart, sie zu Ende zu spinnen, denn die orgiastische Heimsuchung begann erneut in ihr zu toben, noch mächtiger, noch intensiver als die beiden vorherigen Male. Kurze Phasen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, wechselten sich nun rasch ab. Mal packte sie die reine Euphorie, dann übermannte sie die pure Verzweiflung. In all diesem Chaos der Gefühle war sie sich nur einer Sache sicher. Es gab einen Auslöser und der war ganz in ihrer Nähe. Ob es nun Wellen oder Strahlungen waren oder eine intensive Hypnose, das Unheil kam aus der Richtung, wo der Mann saß, der immer noch an seinem Handy herumfummelte. Sie hatte auf einmal das Gefühl, dass dieses unscheinbare Ding, dieses Allerweltgerät, wie es Millionen Menschen besaßen und ständig nutzten, auf sie gerichtet war, wie eine Pistole, wie ein Laserpointer, wie ein Beamer. Und während es in ihrem Unterleib weiter zuckte, die Innereien sich zusammenzogen, die Brüste anschwollen, die Säfte erneut strömten, so dass sie fürchtete, ihr Kleid würde nass und die Flecken sichtbar, während ihr Atem wieder raste und ihr Herz hämmerte, wurde sie von diesem Typ mit seinem Handy magisch, nein geradezu magnetisch angezogen. Dieser verdammte Typ riss sie förmlich von ihrem Stuhl, zog sie durch den Raum, trieb sie die wenigen Schritte bis zu seinem Tisch. Irgendwie erleichtert setzte sich auf einen Stuhl, ihm direkt gegenüber und alles, was dann geschah, erlebte sie fast wie im Tran oder wie in einem feuchten Traum.

Der Mann schaut sie fragend, aber keineswegs unfreundlich an und steckt das Handy in die Tasche. Er will damit wohl zeigen, dass er Zeit für sie hat.

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