Aber der Mann lächelt immer noch und nickt, als ob er alles verstanden habe und ihr Begehren völlig normal sei. Durch sein Verhalten etwas zutraulicher geworden, beginnt ihn zu duzen. Kannst du dir vorstellen, fährt sie fort, mitzukommen, du weißt doch, in dem Hotel da drüben gibt es Zimmer stundenweise und du weißt auch, was das heißt. Es dauert nicht lange und ich will auch nichts Besonderes, ich will nur mit dir zusammen sein, im Bett, verstehst du? Ich weiß, dass mein Wunsch ungewöhnlich ist und kein gutes Licht auf mich wirft. Glaub nur nicht, dass ich mich immer auf diese Weise einem Mann an den Hals werfe, ganz bestimmt nicht, aber ich kann einfach nichts machen gegen dieses drängende Gefühl, das mich plötzlich überfallen hat. Willst du auch? Findest du mich auch ein bisschen nett? Dann komm, dann gehen wir. Du brauchst wirklich keine Angst zu haben, dass ich dich hinterher ausnehmen will oder dich gar beklauen werde. Ich bin keine Nutte, aber trotzdem will ich dich haben, jetzt, sofort. Ich kann mir das alles auch nicht erklären, aber es muss sein. Der Mann nickt wieder, als kenne er ihre Gefühle, als wisse er genau, was sie wolle und warum sie das wolle und auch was ihn erwartet. Ja, wir können gehen, ich muss nur noch bezahlen. Sie ist ganz offensichtlich erleichtert. Er sieht sich nach der Bedienung um, winkt sie herbei. Dann stehen beide auf, er zieht seine Jacke an, sie ihren Mantel und gemeinsam verlassen sie das Café, ohne ein weiteres Wort zu wechseln.
Bevor sie die Straße überqueren, hat sie den Mann am Arm gepackt, als fürchte sie, er könne seinen Entschluss bereuen und abspringen und sie allein lassen. Als könne er sich die Sache überlegen und sie dann im Stich lassen, mit all ihren seltsamen Gefühlen, ihrer Gier nach Befriedigung, ihrem Wunsch nach Erlösung. Sie betreten das Hotel, gehen zur Rezeption. Der Mann fragt, ob ein Zimmer frei sei, räuspert sich und fügt hinzu, für zwei Stunden.
Der Lustbeamer - Teil II
Im Hotel
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Der Lustbeamer - Teil II
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