Er hatte hoch gereizt, mit seinem Lustbeamer die Frau kirre gemacht, eine Kaskade an Gefühlen ausgelöst, eine Fülle an Erwartungen in ihr geweckt. Er hatte sie dazu gebracht, dass sie unbedingt mit ihm schlafen wollte, nur mit ihm. Und jetzt war es soweit. Jetzt war er dran. Jetzt musste er liefern. Aber was genau? Am liebsten wäre aus dem Zimmer gerannt, hätte die Straße überquert, sich in sein Auto gesetzt und zu seinem stillen Arbeitsplatz gefahren. Aber so einfach ging das nicht. Was hätte die Frau denken müssen? Sie hatte doch gelitten und würde nun nicht einmal die erhoffte Linderung bekommen. Sollte er ihr vielleicht Geld geben, als Kompensation, oder ihr gar den ganzen Sachverhalt erklären? Aber den würde sie vermutlich gar nicht verstehen und seine Gründe nicht billigen. Er musste bleiben, denn da war ja noch eine gewisse Neugier in ihm. Er wollte wissen, wie ein Sexualakt nach einer derart intensiven, künstlichen Erregung funktionieren würde. Nicht zuletzt war da noch ein Rest von Lust in ihm, die nun wieder aufkeimte und langsam drängender wurde, als er sie so anstarrte, wie sie nackt und breitbeinig auf dem Bett lag, sich aber nicht mehr wollüstig wälzte und ihn auch nicht mehr auffordertet, sich zu beeilen, aber sie wartete immer noch, nur auf ihn. Nicht nur ihre, auch seine Lust, musste befriedigt werden und so entschloss er sich, zu handeln.
Er zog sich langsam aus, hängte seine Sachen sorgfältig auf die Kleiderhaken, fühlte noch einmal, ob das Handy in der Hosentasche war, überlegte einen Moment, ob er besser noch einen dieser Selbstversuche machen sollten, die ihn so aufgegeilt hatten, aber er fürchtete, die Kontrolle zu verlieren und nicht mehr genau beobachten zu können. Er war ja in erster Linie hier, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln, nicht um seine eigene Lust zu befriedigen.
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