Aber statt, wie eine läufige Hündin zu reagieren, die ihn voller Ungeduld erwartete, ärgerte sie sich ganz offensichtlich. Sie sah ihn an, wie eine Nutte, der das Geld verweigert worden war. Abrupt setzte sie sich auf, dann begann sie zu schreien und ihn unflätig zu beschimpfen. Was er sich erlaube, sie in dieser Situation zu fotografieren, er solle gefälligst das Handy sofort weglegen. Gefilmt zu werden, das sei ja wohl nicht ausgemacht, und wenn er das wolle, müsse er zahlen. Sie wisse gar nicht, warum sie eigentlich kein Geld von ihm verlangt habe. Das sei doch normal, dass der Mann bezahlt, wenn er etwas von einer Frau will. Sie sei wohl kurz weg gewesen, irgendwie unterbelichtet, aber jetzt sei sie wieder klar, jetzt würde sie ihre Lage erkennen. Wenn er nicht bereit wäre, zu zahlen, solle er verschwinden, aber wenn er nicht zahle, würde sie ihn anzeigen, ganz sicher, sie würde zu einem Rechtsanwalt gehen und der würde schon herausfinden, weswegen sie ihn anzeigen könne.
Die Situation war für beide ziemlich verzwickt. Die Frau, halbnackt auf dem Bett, aber ohne jegliche Begierde, dafür voller Wut und Ärger. Der Mann nackt vor ihr stehend, halb erregt, das Handy immer noch auf sie gerichtet, anscheinend immer noch dabei, sie zu filmen. Aber das tat er nicht, ganz und gar nicht. Alles, was er wollte, war, sein Experiment zu Ende zu führen. Er wollte die Frau noch einmal in den Zustand äußerster Glückseligkeit versetzten und sie dann befriedigen. Warum klappte das nur nicht? Irgendetwas stimmte nicht mit ihr oder mit seinem Lustbeamer. Er war ratlos. Die Frau konnte das alles nicht wissen. Sie wusste nicht einmal, was sie wollte. Dem ganzen Theater nur ein Ende machen oder doch Geld für die nicht vereinbarte Zusatzleistung verlangen oder wenigstens den Kerl aus Rache anzeigen. Aber würde sie Erfolg haben mit ihrer Geldforderung und was hätte sie davon, wenn sie ihn angezeigt hätte?
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.