Doch auch, als ich am nächsten morgen aufstand, konnte ich mein Verhalten nur mit verliebt sein begründen. Als ich Leon, meinen Sohn, aus dem Kindergarten abholte, kam Carola gleich freudestrahlend auf mich zu. „Vergiss nicht, dass wir morgen Abend verabredet sind!“, erinnerte sie mich und ging dann wieder zu den anderen Kindern. Die Verabredung hatte ich in meinem Gefühlschaos vollkommen vergessen und ich überlegte fieberhaft, wo ich einen Babysitter herbekam. Meine Mutter erklärte sich bereit, den Kleinen zu sich zu holen und so stand mir mein erster freier Abend seit 2 Jahren bevor.
Eine Stunde, bevor Carola mich abholen wollte, fiel mir wieder ein, was sie bezüglich der Verabredung gesagt hatte. Ein Ort, an dem es garantiert keine Männer gibt…. Ob sie etwas lesbisch ist? Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen. So hübsch wie sie war, verdrehte sie bestimmt vielen Männern den Kopf. Es handelte sich bei dem Ort garantiert um ein Emanzen-Cafe oder irgendetwas in der Art. Als es klingelte war ich schon fertig und griff mir gleich meine Handtasche, bevor ich die Tür aufmachte. Carola stand lächelnd vor mir und begrüßte mich mit einem Kuss auf die Wange. Lachend und scherzend setzten wir uns in ihr Auto und sie fuhr in die benachbarte Stadt. Nach einem kleinen Bummel durch die Altstadt standen wir dann vor einer kleinen Kneipe. Ich konnte gerade noch das Schild „Women only“ auf der Tür lesen, bevor Carola sie öffnete und mich hinein schob. Tatsächlich gab es nur Frauen in dem gemütlich eingerichteten Lokal. Wir setzten uns in eine der vielen Nischen und bestellten uns etwas zu trinken. Ich schaute mich in Ruhe um und war mir sicher, dass es sich hierbei nicht um eine Lesbenkneipe handelte, denn schließlich saßen die Frauen ganz normal beieinander. „Na, bist du verwundert, dass hier nur Frauen sind?“, riss mich Carola aus meinen Gedanken. „Nein“, antwortete ich.
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