Die Männerstimmen aus dem Salon irritierten ihn, was er Lydia durch Blicke zu verstehen gab. “Och, das sind bloss Sam und Nino”, bemerkte sie wegwerfend und bat den dritten und letzten Gast ans Kaminfeuer. Sie reichte den drei Männern Glühwein aus einer grosszügigen Lehmkaraffe; diese liessen es sich gut gehen. Allmählich wärmten sie sich auf; es enstand ein offenes Gespräch. Die Drei kannten sich bereits von der Schulzeit, spielten in derselben Fussballmannschaft und trafen sich jeden Sommer mehrmals zum Boccia- und im Winter zum Pokerspiel. Klar wäre jetzt jeder gerne allein gewesen mit der wunderschönen Lydia, die sich sorgfältig zurecht gemacht hatte, klar.
Aber Glühwein süffeln, Weihnachtsplätzchen auf der Zunge zergehen lassen und ab und an einen Blick auf Lydias Intimzone zu erheischen, war doch auch Abendunterhaltung genug, nicht? Man nimmt, was Gott gibt. Gott hatte Lydia grosszügig ausgestattet. Die DD-Körbchen hätte man ihr gar nicht zugetraut, was aber mit ihrer eleganten Kleidungsweise zusammenhing. Sie hielt nichts von der aktuellen Mode, die einfach alles zeigte – vom Hängebusen übers Bäuchlein bis hin zur Pospalte – und versteckte sich geheimnisvoll hinter grosszügig geschnittenen, wallenden Gewändern, die lediglich durch ihre Buntheit Koketterie vermittelten. Als sie den Salon kurz verliess, um in der Küche nachzuschauen, ob der Braten auch richtig schmorte, warfen die drei Männer sich vielsagende Blicke zu. “Scheint schwanger zu sein, unsere Süsse”, eröffnete Sam Lember das Gespräch. “Jaaaa”, rief Lydia gedehnt aus der Küche, “ich bin tatsächlich schwanger, Ihr Lieben.” Ob es ihr gelingen würde, alle Dreie zu verführen? Lydia hatte Lust auf Sex, wollte mal wieder so richtig genommen werden – wie lange das in ihrem Zustand noch möglich war, vermochte sie nicht zu sagen. Bis zum 8. Monat? April oder so? Sie setzte sich zu Nino und Reto auf die Couch und schlug züchtig die Beine übereinander.
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