Lydia und die Eingeborenen

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Lydia und die Eingeborenen

Lydia und die Eingeborenen

Anita Isiris

Am Nachtfeuer, an dem wir zu Dritt oft sassen, kam es ab und an zu vertraulichen Gesprächen, und mit ein bisschen Alkohol öffnete sich auch Lydia, wie eine kleine Schatulle, und gab intime Geheimnisse preis – etwa die Gründe, wieso sie bügelfreie BHs bevorzugte oder wieso sie ausschliesslich schwarze Slips trug. Frauengeschichten halt, Alltag eigentlich, bei Euch in Europa. Die Gegend, durch die wir zogen, war aber in sexueller Hinsicht derart reizarm, dass wir Lydia gerne zuhörten und uns, es sei hier ehrlich gesagt, an ihrer angenehmen Stimme ganz gerne aufgeilten. Mit dem „wir“ möchte ich ausdrücken, dass zwischen dem gross gewachsenen Erhard und mir so etwas wie Männersolidarität entstand – wir konnten unsere Gedanken gegenseitig lesen.

Satt wurden wir eigentlich immer, und Erhard war ein exzellenter Koch, der Bataten traumhaft zubereiten und Wildgetier geschickt ausnehmen konnte. Lydia schaute ihm immer mit unverhohlener Bewunderung zu, was meine Eifersucht reizte. Dennoch: Ich war bereit zu teilen. Ich schenkte Erhard eines unserer kostspieligen Leichtzelte und hatte nichts dagegen, dass er gelegentlich meine Khaki-Hemden trug. Er war Single und offenbar nicht ganz so gut betucht wie Lydia und ich. Wir wollten einfach unseren Spass, und der war nur zu haben, wenn es unserem Compagnon genau so gut ging wie uns selber.

Dann war da dieser Abend am Feuer, an dem Erhard immer näher an Lydia heranrückte. Sie liess es geschehen, kicherte und freute sich über Erhards dämliche Zoten, wobei ich mich an eine besonders gut erinnere:

„Wann sind Frauen besonders intelligent?“
„Beim Sex. Da sind sie an den Grossrechner angeschlossen.“

Lydia lachte sich halbtot, und ich stellte mir, gegen meinen Willen, vor, dass Erhard der Grossrechner war, und Lydia auf seinem stahlharten Schwanz ritt. Dass dieses Bild noch in derselben Nacht Realität werden würde, hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht träumen lassen.

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