Der weiße Stoff ihres Badeanzugs hob sich stark von ihrer gebräunten Haut ab. Er wusste, dass er nicht starren durfte. Sein Vater hatte ihm immer gesagt, man solle Abstand halten von Frauen, die zu weit über einem standen. Sie bringen nur Unruhe und Ärger.
Er war hier, um zu arbeiten. Dieser Job bedeutete Sicherheit und hatte ihn neuen Lebensmut gegeben. Also senkte er den Blick wieder und fuhr mit dem Kescher durch das Wasser.
„Stört es dich, wenn ich kurz schwimme?“, fragte sie beiläufig.
„Nein“, antwortete er knapp.
Sie wartete einen Moment – als prüfe sie, ob er wirklich nicht mehr hinsah – und sprang dann ins Wasser.
Der Sprung war unspektakulär. Doch sie tauchte bewusst langsam wieder auf, strich sich das Haar aus dem Gesicht und hielt einen Augenblick inne. Nicht lange genug, um eindeutig provokant zu wirken, aber gerade so, dass er es bemerkte.
Sie begann zu schwimmen. Ruhig und mit gleichmäßigen Zügen zog sie im Bruststil ihre Bahnen. Und jedes Mal, wenn sie am Beckenrand kehrte, glitt ihr Blick kurz zu ihm. Kein offenes Anstarren, sondern nur ein flüchtiges Registrieren.
Er versuchte, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, doch sein Rhythmus war aus dem Takt geraten. Er wusste, dass sie spürte, wie oft sein Blick zu ihr wanderte.
Jede Faser ihres athletischen Körpers spannte und entspannte sich im Rhythmus, als ob sie selbst Teil eines lebendigen, fließenden Spiels wäre. Ihre Bewegung erinnerte an einen Delfin, der elegant und frei im Wasser seinen Tanz vollführte. Währenddessen funkelte ihr blondes Haar, in dem sich die Wassertropfen mit den Sonnenstrahlen in einem stillen Wettstreit um Glanz und Licht maßen.
Schließlich glitt sie zum Beckenrand, drückte sich ohne Eile aus dem Wasser. Tropfen perlten von ihrer Haut, sammelten sich und fielen leise auf die Steinplatten.
Machtspiele mit dem Poolboy
Sophie von Wolfenstein - Teil 6
6 13-21 Minuten 0 Kommentare
Machtspiele mit dem Poolboy
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