Alles, was Sophie mit ihrer Schwester nie erleben durfte, wollte sie nun nachholen. Gemeinsame Shoppingausflüge, unbeschwertes Lachen in den kleinen Cafés der Stadt, Gespräche, die tief in die Nacht hineinreichten.
Sie kaufte Klara neue Kleidung – elegante Blusen, hochwertig geschnittene Mäntel und sogar einige schlichte Businesskleider. Es tat ihr gut, Verantwortung zu übernehmen, schließlich war sie die ältere Schwester.
Anfangs fragte Klara noch schüchtern, ob sie sich etwas aus Sophies Kleiderschrank ausleihen dürfe. „Nur für heute, ja?“
Doch diese Zurückhaltung verflog rasch. Bald griff sie sich, was ihr gefiel: einen Blazer hier, einen Schal dort, ein Parfum. Als wäre das nicht schon frech genug, ließ sie die Sachen danach achtlos liegen, als gehörte die Wohnung ihr. Schuhe standen im Flur, Schmuck lag auf dem Küchentisch, Lippenstift fand sich am Rand des Waschbeckens.
Sophie räumte hinter ihr auf, erst mit einem Lächeln, dann schweigend.
In vielerlei Hinsicht war Klara das genaue Gegenteil von ihr.
Während Sophie im Büro auf Distanz und Autorität ausstrahlte, fiel Klara bereits nach kurzer Zeit durch auffälligere Outfits auf. Kurze Röcke, hohe Stiefel, betonte Silhouetten – sie bewegte sich selbstbewusst durch die Flure, lächelte offen, berührte beiläufig Arme und lachte laut.
Sie arbeitete Vollzeit im Büro und war dadurch ständig präsent. Sehr präsent.
Anfangs amüsierte es Sophie, wie schnell Klara Anschluss fand. „Sie ist eben offen“, dachte sie.
Doch bald bemerkte sie, wie sich die Gesprächsdynamiken veränderten.
Mitarbeiter blieben länger am Empfang stehen, flüsterten miteinander. Als sie eines Tages auf der Toilette war, hörte sie zufällig, wie zwei Kolleginnen über sie tuschelten.
„Was für eine Tussi hat denn Frau Wolfenstein uns denn hier angeschleppt?
Machtspiele mit dem Poolboy
Sophie von Wolfenstein - Teil 6
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