Mad Max

Nach dem großen Sterben – Teil 10

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Reinhard Baer

Einer namens Wilson der das Gebiet nördlich der Grant Avenue zu überwachen habe, der andere, der ‘Nervöse Nigel’ genannt, war für die südliche Hälfte der Stadt zuständig. Seinen Namen hatte er sich wohl dadurch erworben, dass er die Hand ziemlich schnell am Abzug und deshalb auch schon Leute versehentlich erschossen hatte. Dann endete sein Bericht. “So, dass ist alles, was mir derzeit einfällt. Wenn du weitere Fragen hast, frag! Du kannst bei mir wohnen, solange du schaust, ob du noch was retten kannst.”
Ich nahm sein Angebot dankend an und begann sofort meine eigenen Erkundungen. Als erstes nahm ich mir das Bordell vor. Ich hoffte, natürlich die drei Mädels rechtzeitig aus den Klauen von Mad Max zu befreien, aber falls nicht, musste ich die Örtlichkeiten kennen, um sie da notfalls raus holen zu können. So redete ich mir das ganze schön, denn eigentlich war ich verzweifelt und wollte mich von meinen Spannungszuständen befreien und Druck ablassen. Hier ließ sich das eine allerdings mit dem anderen kombinieren.

Im „Grand-Hotel“

Ich betrat das ‘Grand Hotel’, ließ die Rezeption links liegen und erklomm zielstrebig die Treppe bis in die vierte Etage.
Gleich hinter der Eingangstür gab es eine Art Bar. In der Mitte des Raumes eine lange Inselförmige Theke mit jeder Menge Barhocker davor und an den Seiten kleine Sitzecken. Hier also fand die Anbahnung statt. Auf den Hockern saß eine Reihe von Frauen, durchweg oben ohne, bereit zur Fleischbeschau. „What you see is what you get“, war hier die Devise. Auch an den Tischen verstreut hielten sich einige Frauen auf, waren meistens auch in Gesprächen mit ihren Freiern verwickelt. Natürlich musste ich mich wie ein normaler Hurenbock verhalten, ich wollte ja nicht auffallen. So jedenfalls redete ich mir meinen Ausflug schön.
Ich ging die Reihe der Frauen entlang, die je nach Wesensart gelangweilt, resigniert, verängstigt oder verstört auf ihren Hockern saßen.

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