Mädchen vom Land

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Mädchen vom Land

Mädchen vom Land

Andreas

Marlies gefiel es vom ersten Tag an in Jena. Das 19-jährige Mädchen wuchs in einer ländlichen Gegend Thüringens auf. Die kleine Gemeinde hatte eher dörflichen Charakter, weshalb es Marlies vorkam, als wäre sie auf einem anderen Planeten gelandet. Marlies hatte sich für ein Psychologie Studium entschieden, da sie die menschliche Seele schon von klein auf faszinierend fand. An der Friedrich-Schiller-Universität fühlte sie sich gleich wohl, was nicht zuletzt an ihren netten Kommilitonen und den überaus kompetenten Professoren lag. Marlies hatte auch das große Glück in einer WG unterzukommen. Zusammen mit zwei anderen, jungen Studentinnen bewohnte sie eine recht günstige Vier- Zimmerwohnung inmitten der City. Jena kam Marlies wie das Paradies vor. Es herrschte eine gewisse Aufbruchsstimmung kurz nach der Wende, die sich auch auf die altehrwürdige Universitätsstadt übertragen hatte. Die Menschen glaubten noch an die blühenden Landschaften, die ihnen der Einheitskanzler versprochen hatte. Zudem gab es den Techno-Boom, der Tausende Raver zur Love Parade trieb. Auch in Jena sah man neongelbe Shirts oder bonbonfarbene Leggins. Den Kontrast bildeten die Grunge Fans, die ihrem vor kurzem verstorbenen Idol Kurt Cobain nacheiferten. Marlies mochte die lauten Gitarren dieser Bands lieber als die maschinenartigen Techno Rhythmen, die in den Clubs gespielt wurden. Marlies Jugend verlief sehr beschaulich, was mit ein Grund für die aufkeimende Abenteuerlust in ihr sein mochte. Die junge Frau brauchte nur an die Partys denken, die so ganz anders als in ihrem Heimatsort abliefen. Die jungen Männer in Jena waren so anders, behandelten Marlies als gleichberechtigte Gesprächspartnerin. In dem kleinen Dorf interessierten sich die Jungs nur für schnelle Autos und das nächste Schützenfest. Marlies hasste das!

In diesem Herbst des Jahres 1993 gab es so viel Neues zu entdecken. Leonie und Mandy, wie ihre zwei Mitbewohnerinnen hießen, stammten beide aus Jena. Sie kleideten Marlies erst einmal neu ein, indem sie mit ihr eine ausgedehnte Shopping-Tour unternahmen. Marlies sträubte sich erst, aber Mandy überredete sie, das bauchfreie Top anzuprobieren. Leonie brachte gleich noch einen passenden Jeans-Mini in ausgewaschenem Blau in die Umkleidekabine. Marlies stand bald darauf staunend vor dem Spiegel und bewunderte ihren schlanken Körper von allen Seiten. Sie sah sehr verändert aus, fand sie, was ihr aber ganz gut zu Gesicht stand. Für Marlies tat sich ein neues Universum auf, das sich nicht nur in den neuen Kleidern spiegelte. Durch Mandy und Leonie lernte sie die angesagte Musik kennen, hörte auf einmal Bands wie Nirvana, Soundgarden oder die Riot Grrrls von Bikini Kill. Marlies liebte dieses freie Lebensgefühl, das sie einfach nur genießen wollte. So schlenderte sie mit ihren WG-Kolleginnen durch Jena, bis die Plateausohlen der klobigen Sneaker glühten. Es dauerte einige Monate, bis Marlies etwas auffiel. Während sie selbst fleißig lernte, keine Vorlesung ausfallen ließ und auch ihren häuslichen Pflichten nachkam, schlampten Mandy und Leonie diesbezüglich. Marlies ignorierte anfangs das Geschirr, welches sich in der Spüle stapelte. Als es auch nach zwei Tagen niemand wegräumte, nahm sie sich selbst des Problems an. Während sie die mit Essensresten verklebten Teller spülte, dachte sie an ihre Mama. Wie hätte die wohl reagiert?

Marlies lächelte, als sie es sich vorstellte. Ihre Mutter war eine herzensgute, jedoch sehr altmodische Frau. Marlies genoss eine eher strenge Erziehung, die auch einen gelegentlichen Aufenthalt über Mutters Knie beinhalten konnte. Wenn sie ihre Hausarbeit so wie Leonie und Mandy vernachlässigt hätte, wäre wohl der Kochlöffel zum Einsatz gekommen. Seufzend spülte sie weiter ab, ohne weiter darüber nachzudenken. Ein paar Tage später lernte Marlies einen netten, jungen Mann kennen, der ihr in der Mensa einen Platz anbot. Marlies war froh, da es wie immer sehr voll war. Heiko studierte Germanistik auf Lehramt und war ein paar Jahre älter als Marlies. Seine strahlend blauen Augen gefielen ihr am meisten, wobei er auch sonst überaus gut aussah. Marlies fühlte sich ein wenig wie ein Mauerblümchen in seiner Nähe, obwohl sie, weiß Gott, nicht hässlich war. Sie zupfte an ihrem kurzen Rock, als sie sich neben ihn setzte. Während der Unterhaltung fiel Marlies ihr Vater ein, der Heiko ein klein wenig ähnlich sah. Von der Art her, hätte es keinen größeren Unterschied geben können, da Heiko sie als gleichberechtigte Gesprächspartnerin betrachtete. Marlies Vater war sehr autoritär, der wie ihre Mutter auch sehr streng durchgreifen konnte. Marlies hatte mehr als einmal seinen Gürtel auf dem Po gespürt, wenn sie mal wieder etwas ausgefressen hatte. Hier in der Großstadt schien man solche rigiden Methoden nicht zu kennen, geschweige denn anzuwenden.

Marlies konzentrierte sich wieder auf die Unterhaltung mit Heiko, den sie immer sympathischer fand.
Sie verabredeten sich auf das Wochenende, wo ihr Heiko die Stadt zeigen wollte. Als Marlies abends vor dem Fernseher saß, dachte sie an ihn. Es war ja toll, dass er so einfühlsam war, aber irgendwie fehlte ihr etwas. Marlies wunderte sich über sich selbst, als ihr bewusst wurde, dass sie eine bestimmte Wunschvorstellung hatte. Die junge Frau überlegte, wann sie das letzte Mal Haue bezog? Es musste ihre Mama gewesen sein, die ihr vor einem guten Jahr das Höschen strammgezogen hatte!
Marlies erregte sich an dem Gedanken, dass sie Heiko verärgern könnte. Ob er wohl einem Mädchen den Po versohlen würde? Sie konnte es sich beim besten Willen nicht vorstellen, aber der Wunsch blieb doch bestehen. Als sie auf die Toilette musste, ärgerte sie sich. Es war wieder kein Klopapier da, obwohl Mandy Putzdienst hatte. Leonie war nicht besser, da sie den Müll hätte runterbringen sollen.
Marlies beschloss, dass es genug war! Sie würde gleich morgen mit den Mädchen darüber reden.

Marlies schlug Leo und Mandy vor, den bestehenden Putz und Haushaltsplan auszuweiten. Die beiden Studentinnen sahen sie fragend an, weshalb Marlies konkreter wurde. Nun staunten die selbstbewussten Frauen, da sie mit so etwas kaum gerechnet hatten. Marlies erklärte ihnen, was sie sich ausgedacht hatte: „Ich finde, dass wir da ein bisschen Zug reinkriegen sollten! Wenn eine von uns ihre Pflichten nicht erfüllt, wird sie eine Strafe bekommen. So wie früher bei uns zuhause auch…“
„Was für eine Strafe denn?“, fragte eine erschrockene Leonie. „Einen Povoll, Leo!“, kam die knappe Replik. Mandy sah Marlies aus weit aufgerissenen Augen an. „Wie stellst du dir das denn vor, Marlies? Ich hab noch nie in meinem Leben Schläge gekriegt!“ Marlies lächelte. „Eben drum, Mandy! Es fehlt dir und Leo an Disziplin, finde ich. Es ist doch unfair, wenn immer nur ich aufräumen muss und hinter euch euren Müll wegräumen darf…“ Nun schaltete sich die blonde Leonie ein: „Marlies hat recht, Mandy! Es liegt ja an uns, ob es eine Strafe gibt. Wir haben schon sehr wenig geholfen…“
Mandy nickte, da es ja stimmte, was Leonie da sagte. Es hörte sich ja auch spannend an, versprach darüber hinaus ein bisschen Abwechslung in den faden WG-Alltag zu bringen. Mandy und Leonie glaubten sowieso nicht, dass ihnen Gefahr drohte. Sie vermuteten, dass ihre neue Mitbewohnerin ein kleines, erotisches Spielchen abziehen wollte. Marlies hatte einen Aufschrieb vorbereitet, auf dem genau stand, wer von den drei Frauen, zu welchem Zeitpunkt seinen Dienst zu verrichten hatte.

Diejenige, die sich nicht daran hielt, sollte den Po versohlt kriegen. Nähere diesbezügliche Details kamen in dem “Vertrag“ nicht vor. Marlies, Leonie und Mandy unterschrieben allesamt das Papier.
Erstaunlicherweise funktionierte diese Abmachung in den ersten Wochen auf beeindruckende Weise. Marlies konnte es kaum glauben, aber sowohl Leo als auch Mandy gaben sich alle Mühe. Es schien, als trauten die beiden Mädels Marlies ohne weiteres zu, dass diese sie übers Knie legen könnte, wenn etwas nicht zu ihrer Zufriedenheit erledigt wurde. Dabei sehnte sich Marlies selbst immer stärker nach einer solchen Behandlung. Heiko führte sie regelmäßig aus, wobei er sich als perfekter Gentleman gab. Er war so zuvorkommend und nett, dass es Marlies schon fast zu viel wurde. Sie stellte sich die Frage, ob es denn gar nichts gab, das ihn aus der Reserve locken konnte? Da fiel ihr sein Auto ein, einen süßen Mini-Cooper in mintgrüner Lackierung. Heiko pflegte dieses Auto, das er sich von seinem Ersparten geleistet hatte. Marlies fuhr Fahrrad und einen diabolischen Augenblick später, kam ihr eine Idee. Es geschah am frühen Nachmittag, kurz nach der letzten Vorlesung. Marlies wusste, dass Heiko gleich kommen musste. Sie fuhr sehr knapp an seinem Mini vorbei, wobei ihr Lenker die Tür streifte. Man hörte ein hässliches Geräusch, sah einen fiesen Kratzer auf der Fahrerseite. Marlies stellte das Rad ab, um sich den Schaden genauer anzusehen. Das musste reichen! Kurz darauf kam er. Heiko fragte sich, weshalb Marlies bei seinem kleinen Flitzer wartete.

Fünf Minuten später wusste er Bescheid. Heiko bemühte sich, ruhig zu bleiben. Er nahm an, dass Marlies einfach Pech hatte, als sie seinen Mini beschädigte. Das Mädchen nahm ihm diese Illusion, da sie ihm gestand, etwas knapp vorbeigefahren zu sein. Heiko spürte eine aufkommende Zorneswelle.
Diese für ihn seltene Gefühlsregung verstärkte sich noch, als Marlies behauptete, er hätte den Wagen im Halteverbot abgestellt. Sicher, verkehrsrechtlich gesehen stimmte ihre Behauptung ja. Andererseits parkte ständig jemand an dieser Stelle, worüber sich auch noch keiner beschwert hatte. Marlies grinste. Sie sagte Heiko, dass ihre Haftpflicht den Schaden bestimmt regeln würde. Marlies betonte, sie würde die Sache mit dem Halteverbot nicht erwähnen, da es ja wirklich ihre Schuld gewesen sei! Durch ihr Lavieren dämmerte es dem Studenten so langsam. Das hübsche Mädchen mit den braungelockten Haaren führte etwas im Schilde. Heiko wollte gerne herausfinden, was es war.
Marlies strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn. Sie sah ihn nicht direkt an, als sie sich ihm erklärte:
„Ich war unaufmerksam, als ich so nah an deinem Auto vorbei gefahren bin. Du wirst den Schaden ersetzt bekommen, das ist gar keine Frage. Ich möchte nur nicht, dass du jetzt wütend auf mich bist!
Heiko…mir wäre es am liebsten, wenn wir diese Sache ein für allemal aus der Welt schaffen könnten.“ Er sah sie überrascht an. Was wollte diese junge Frau, die er erst kennen gelernt hatte. Außer einer Umarmung und einem Begrüßung- oder Abschiedsküsschen hatten sie bisher keine Zärtlichkeiten ausgetauscht. Marlies führte ihn bewusst auf eine bestimmte Fährte. Heiko fragte sie:
„Was meinst du damit? Soll ich dir eine Strafe aufbrummen oder wie stellst du dir das vor, Marlies?“

Sie zögerte mit der Antwort, fingerte sich erneut eine Strähne hinter ihr Ohr. Nun fiel ihm auf, wie hübsch sie aussah in ihren engen Jeans, über die sie ein langes, aufgeknöpftes Flanellhemd gezogen hatte. Heiko fuhr sich durch seine halblangen Haare, was seine Nervosität unterstrich. Marlies sprach leise, so dass er genau hinhören musste. „Bei mir daheim wäre ich bestraft worden. Ich finde, dass du das auch so handhaben solltest…“ Er schluckte, hakte aber sofort nach: „Was für eine Strafe denn?“
„Du musst mir den Po vollhauen! Wie man es mit so unvorsichtigen Mädchen eben machen sollte…“
Heiko war sich nicht sicher, ob er richtig gehört hatte? Dieses süße Mädel bat ihn, dass er sie versohlen sollte! Heiko wollte sie nicht enttäuschen. Das stand für ihn sofort fest. Er gab sich Mühe, gelassen zu wirken, als er ihr antwortete: „Gut, das finde ich in Ordnung! Wo soll ich dich bestrafen?“
Marlies lächelte aus einem feuerroten Gesicht. Sie war froh, dass er sie nicht abgewiesen hatte.

„Bei mir geht es schlecht. Mandy und Leonie sind zuhause…“ Heiko legte seine Hand auf ihren Rücken. Eine Geste, die ihr sehr angenehm war. Er klopfte sie sanft ab, während er ihr zuflüsterte:
„Wir können zu mir gehen. Mein Mitbewohner macht gerade ein Praktikum. Jan kommt erst gegen 18 Uhr nachhause. Oder ist dir das zu früh? Wir können die Sache auch aufs Wochenende verlegen.“
Sie schüttelte entschieden den Kopf! Marlies wollte es hinter sich bringen. Am besten jetzt gleich.
Sie ließen das Fahrrad an der Uni stehen, wo es Marlies später abholen wollte. Nach einer kurzen Fahrt betraten sie Heikos Studentenbude. Der junge Mann war sehr aufgeregt. Er hatte keinerlei Erfahrung in solchen Dingen. Heikos Eltern hatten ihn und seine Schwester ohne Schläge erzogen. Marlies Wunsch, den Po vollzukriegen, konnte er nur bedingt nachvollziehen. Es reizte ihn aber, das Mädchen für ihren Fahrfehler zu bestrafen. Heiko bot ihr Platz an, aber Marlies blieb einfach stehen.

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