Ich bedankte mich bei der Frau hinter mir mit einem kurzen Kopfnicken. Dann knöpfte ich mir den Spy Snapper vor. „Komm mit, Freundchen“, sagte ich und weiss noch immer nicht, wie ich es gleichzeitig geschafft habe, zu bezahlen und meine Ware einzupacken. Der Junge schlotterte am ganzen Körper. „Kann ich Ihnen helfen?“, fragte die Kassierin. „Nö, in Ordnung“, antwortete ich und lud den Albaner kurzerhand zu einem Bier ein.
Dieser wusste nicht wie ihm geschah. Er tätigte keine weiteren Fluchtversuche und folgte mir zur Gartenkneipe am andern Ende der Strasse. Wir setzten uns unter einen prächtigen Oleander. „Das, was Du soeben getan hast, wiederholst Du bitte nie mehr“, sagte ich streng, und dann, etwas milder „zeig mal das Foto.“
Der Mann errötete und strich übers Display seines Geräts. Nun ja. Ich sehe mich selten von hinten, gehe aber davon aus, dass ich ganz o.k. aussehe.
„Warum tust Du das?“
„Ich liebe Frauen hier in Deutschland.“
„Ist das ein Grund?“
„Ich viel schauen Fotos in Internet.“
„Klaro, das machen alle. Aber warum gerade mein... Hintern?“
„Du mir sehr gut gefällst.“
„Aha.“
„Deine Jeans sind so schön eng.“
„Na und?“
Sein Gesicht ist tiefrot. Ihm ist das Gespräch peinlicher als mir. Als Männerversteherin möchte ich aber mehr wissen über sein Motiv.
„Was möchtest Du denn mit mir tun – wenn Du könntest?“, frage ich direkt.
„Streichelntätschelnfummelnleckenficken.“ Er sagte es in einem Atemzug, hatte das zusammengezogene Wort wohl irgendwo gelernt.
„Mit einem Foto geht das aber nicht.“
„Ja, aber ich sehr viel Fantasie habe“, sagte er. Das fand ich nun schon fast rührend. „Machst Du das mit vielen Frauen?“
„Jeden Tag.“
Ich verlangte von ihm, dass er mir das Foto via Bluetooth übermittelte. Darin bewies er erstaunliche Fertigkeiten. Ich bezahlte sein Bier und liess ihn sitzen.
Den ganzen Abend wurde ich das schale Gefühl nicht los, dass ich Männer wohl nie ganz verstehen werde.
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