Man hilft sich eben mal

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Man hilft sich eben mal

Man hilft sich eben mal

Emil Lorenz

Gefallen hatte sie mir schon immer. Aber es war selbstverständlich nie in Frage gekommen. Schließlich soll man Arbeit und Privat strikt trennen. Alles andere brachte nur Probleme. Nur war es in diesem Fall nicht ganz so kritisch, denn wir sahen uns im Jahr nur für ein paar Wochen. Sie arbeitete im Krankenhaus und ich für eine Firma, die nur ab und an für zwei Wochen in diesem Haus zu tun hatte. Kirsten war eine gutaussehende Mittfünfzigerin. Das Grau hatte in ihrem dicken, über den Nacken reichenden Haar längst die Führung übernommen, aber sonst hatte sie sich außerordentlich gut gehalten. Ihre allgegenwärtige Brille ließ ihre graublauen Augen noch größer erscheinen. Ich hatte den Eindruck, jedes einzelne Pigment beim Vornahmen zu kennen. Die modisch nicht ausgereifte Krankenhauskluft ließ nicht viele Rückschlüsse zu, aber ihre Brüste saßen immer stramm unter dem grünen Stoff und manchmal, wenn die Auswahl der Hosengröße eingeschränkt war, konnte man auch deutlich erkennen, dass sich da unter dem Stoff ein ebenso strammer Hintern bewegte. Aber wie gesagt, wir mochten uns, aber das war es dann auch. In meiner Ehe hatte sich vor Jahren eine grundsätzliche Veränderung ergeben. Meine Frau hatte kein Interesse mehr an Sex. Für mich ein großes Problem, denn diese Einstellung ergab mit meinen Bedürfnissen keinerlei Schnittmenge. So kann ich nicht leugnen, dass die Phantasie gelegentlich, in letzter Zeit etwas häufiger, so ihr Unwesen trieb. So kam es, dass mich Kirsten eines Tages in meinem Arbeitsraum aufsuchte und fragte, ob ich ihr nicht nach der Arbeit zu Hause etwas helfen könnte. Sie wäre frisch geschieden, hätte jetzt eine eigene Wohnung und Probleme mit den elektronischen Geräten wie Router, Computer und Fernseher, das anschlusstechnisch auf die Reihe zu kriegen.

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